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Kohle für den Strom oder Bäume für die Umwelt?

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Hütte im Hambacher Forst
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Im Wald haben sich Umweltschützer Hütten gebaut, um zu verhindern, dass der Besitzer die Bäume fällt. Foto: Christophe Gateau/dpa Foto: dpa

In einem Wald haben Umweltschützer Baumhäuser gebaut. So wollen sie verhindern, dass Bäume gefällt werden. Doch unter dem Wald liegt wichtige Braunkohle.


In einem Baumhaus leben - das klingt nach Spaß und Abenteuer. Doch die Baumhäuser in einem Wald im Bundesland Nordrhein-Westfalen haben mit einem ernsten Streit zu tun.

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Der Wald ist der Hambacher Forst. Dort stehen vor allem Buchen und Eichen. Manche dieser Bäume sind schon mehrere Jahrhunderte alt. Außerdem leben dort geschützte Tierarten wie die Haselmaus und der Springfrosch, sagen Umweltschützer.

In der Erde unter dem Wald liegt aber Braunkohle. Mit diesem Gestein kann man Strom erzeugen. Und das große Energieunternehmen, dem das Gebiet gehört, will diese Kohle nun herausholen und damit seine Kraftwerke füttern. Direkt neben dem Forst gibt es das schon. Damit die Bagger aber weitergraben können, müsse der Wald rasch abgeholzt werden, sagt die Energiefirma. Nur so könnten die Kraftwerke weiter Strom erzeugen. Mit dem Strom können wir dann zum Beispiel heizen.

Umweltschützer wollen dagegen verhindern, dass der Wald verschwindet. Sie wollen Pflanzen und Tiere dort schützen. Experten sagen außerdem, dass Strom aus Braunkohle die Umwelt verschmutzt. Einige Umweltschützer haben deshalb schon vor Jahren in dem Wald in großer Höhe etwa 50 Hütten gebaut. Damit keiner Bäume fällen kann.

Doch am Donnerstag kamen sehr viele Polizisten in den Wald und brachten auch Wasserwerfer und andere Geräte mit. Sie wollten alle Baumhäuser räumen. Als Grund für die Aktion gab die Behörde allerdings nicht die Rechte des Stromkonzerns an. Sie sagte, die Hütten seien unsicher und gefährlich für die Bewohner. Sie sollen sie deshalb sofort verlassen. Viele Umweltschützer waren deshalb sauer. Sie wollen, dass die Hütten und der Wald bleiben.

Vermutlich wird die Polizei einige Tage brauchen, um alle Hütten abzubauen. Ob und wann dann der Wald gerodet wird, ist noch unklar.