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Königsdisziplin der militärischen Wettkämpfe

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Endspurt ins Ziel. Die letzten 600 Meter bei der Militärpatrouille musste ein Soldat ins Ziel gezogen werden. Foto: Bundeswehr

Bad Reichenhall (Gbj) – Sie ist der Höhepunkt der Wettkämpfe der internationalen Divisionsskimeisterschaften – die Militärpatrouille. In der Chiemgau-Arena traten 17 aktive Mannschaften der Bundeswehr an, drei Teams aus dem Ausland sowie fünf Reservistenmannschaften.


Mit militärischer Skiausrüstung mussten die Mannschaften der Bundeswehr an den Start gehen, Gäste und ausländische Mannschaften sind von dieser Regel ausgenommen. Soldaten aus jeder Dienstgradgruppe sind in den Teams vertreten, wobei ein Offizier die Leitung des Teams übernimmt.

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Auf der Gesamtstrecke von fast zehn Kilometern waren dabei mehrere Stationen anzulaufen: Handgranatenzielwurf, Schießen mit dem Sturmgewehr G3 mit Kleinkaliber-Einstecklauf, Zusammenbau der Verwundetentrage und schließlich der Transport eines Soldaten auf dieser Trage die letzten 600 Meter in das Ziel. Fehler beim Handgranatenwurf oder beim Schießen wurden dabei mit Strafzeiten belegt. In einer Taktung von acht Minuten gingen die Teams an den Start. So entwickelte sich in Kürze eine Betriebsamkeit wie in einem Ameisenhaufen, als an allen Stationen Mannschaften tätig waren und lautstark von den Kameraden auf der Tribüne und an der Strecke angefeuert wurden.

Als einzige Frau nahm Hauptgefreite Sarah Wagner mit ihrer Mannschaft vom Gebirgslogistikbataillon 8 aus Füssen teil. »Die Jungs haben das super gemacht und alles gegeben«, erklärt sie dem Stadionsprecher im Ziel. Völlig atemlos und mit roten Köpfen liegen ihre Teamkollegen im Zielbereich im Schnee, rappeln sich langsam auf und klopfen sich gegenseitig auf die Schultern. Überraschend entspannt dagegen die Hauptgefreite, war sie doch der Soldat, der das letzte Stück auf der Trage ins Ziel gezogen wurde.

Brigadegeneral Markus Laubenthal, Kommandeur der Panzerbrigade 12, schickte derweil eine weitere Mannschaft ins Rennen. Inzwischen spurtet die Mannschaft des Stabs der Gebirgsjägerbrigade 23 unter der Leitung von Hauptmann Johannes Schmid ins Ziel. Mit »Schweiß auf der Stirn, Laktat im Mund und Krämpfen in den Oberschenkeln«, beschreibt er den Zustand der Mannschaft im Ziel. »Ich bin stolz auf die Männer«, erklärt Oberstleutnant Nikolaus Carstens, Chef des Stabes bei der Gebirgsjägerbrigade.

»Entscheidend ist der Zusammenhalt in der Gruppe«, meint ein Wettkämpfer aus der Mannschaft des Gebirgsaufklärungsbataillons 230 aus Füssen. »So ist viel möglich, auch wenn wir keine Spitzensportler im Team haben.« Dass er recht hat, zeigt das Ergebnis. Denn mit einer Zeit von 1:01:12,8 erreichten die Aufklärer den dritten Platz und mussten sich damit nur Mannschaften geschlagen geben, die auf Sportler von internationalem Format zurückgreifen konnten.

Obwohl das Gebirgsjägerbataillon 231 aus Bad Reichenhall das Team mit der schnellsten Laufzeit war, verfehlte man den Sieg aufgrund von Strafzeiten aus dem Schießen. So ging der Sieg an das absolut fehlerfreie Team vom Gebirgsjägerbataillon 233 aus Mittenwald, das mit einer Zeit von 59:25,7 Maßstäbe setzte.