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Kobe Bryant - ein besessener Arbeiter

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Kobe Bryant
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Kobe Bryant gehört zu der Kategorie von Sportlern, bei denen nur ein Name reicht, um Bilder und Erinnerungen für die Ewigkeit zu erzeugen: Kobe. Wie Pele. Ali. Magic. Foto: Michael Caulfield/AP/dpa Foto: dpa

Kobe. Wie Ali, Pele, Magic. Nur ein Name reicht, um bei Sportfans weltweit Bilder und Erinnerungen für die Ewigkeit hervorzurufen. Kobe Bryant hinterlässt nicht nur im Basketball tiefe Spuren. Dabei hatte seine Bilderbuch-Karriere phasenweise deutliche Brüche.


Los Angeles (dpa) - Mit der grenzenlosen Liebe eines Vaters sprach Kobe Bryant über seine Tochter Gianna. Ob er sich keinen Sohn gewünscht habe, der sein Vermächtnis auf dem Parkett fortsetzen könne?

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»Ey, ich kümmere mich darum«, würde Gianna diese Frage von Fans mit Vorliebe unterbrechen, berichtete die Legende stolz vor zwei Jahren in einer TV-Show. Sie teilten die Leidenschaft und Hingabe für den Basketball, in dem Bryant zu einer der größten Ikonen der Sport-Geschichte aufstieg.

Nicht nur die wackligen Internetaufnahmen, wie Vater mit Tochter gemeinsam trainierte, rühren nach dem Unfalltod der beiden weltweit Menschen zu Tränen. Bryant gehört zu der Kategorie von Sportlern, bei denen nur ein Name reicht, um Bilder und Erinnerungen für die Ewigkeit zu erzeugen: Kobe. Wie Pele. Ali. Magic.

»Kobe Doin' Work« überschrieb der afro-amerikanische Regisseur Spike Lee seine Dokumentation über Bryant. Ein treffender Titel. Wenn Michael Jordan scheinbar mühelos durch die Luft schwebte, wenn Magic Johnson die Menschen mit seinem breiten Lächeln verzauberte, war Basketball für Bryant vor allem harte Arbeit. »Er war ein leidenschaftlicher Wettkämpfer, einer der Größten dieses Spiels und eine kreative Kraft«, würdigte Jordan seinen früheren Widersacher, der mit acht anderen Insassen eines Hubschraubers bei einem Absturz am Sonntag in Kalifornien ums Leben kam.

Seinen unbändigen Ehrgeiz zog Bryant - von seinen Eltern nach dem Steak benannt - häufig aus dem Vergleich mit anderen. Aus dem Wunsch, seinem Vater und ehemaligen NBA-Profi Joe nachzueifern. Aus dem Konkurrenzkampf mit dem eigenen Teamkollegen Shaquille O'Neal, mit dem er sich einmal im Training beinahe prügelte und aus dessen Schatten er nach drei Titeln heraustreten wollte. Und vor allem aus der Jagd nach den Rekorden von Jordan.

Eine ganze Generation von Basketballern wollte im neuen Jahrtausend »Like Mike« sein, wie der größte Spieler der Geschichte. Die »Black Mamba«, wie Bryant genannt wurde, kam diesem Ziel bislang am nächsten. Teile seiner Kindheit und Jugend verbrachte er in Italien, weil sein Vater dort aktiv war. Seinen Status als Außenseiter nach der Rückkehr nutzte er als Antrieb für eine 20-jährige Karriere in der NBA.

Fünf Meisterschaften - eine weniger als sein großes Vorbild - gewann der Flügelspieler mit seinen Los Angeles Lakers. Er wurde 18 Mal zum Allstar-Showtreffen berufen, erhielt 15 Nominierungen in die All-NBA-Teams der besten Spieler der Liga, holte zweimal Olympiagold. Als Bryant 81 Punkte in einer Partie erzielte, fühlte sich Mitspieler Lamar Odom an Überirdisches erinnert: »Du kannst Gottes Willen nicht stoppen.«

Bryant war hart zu anderen, härter zu sich selbst. Mit dem Hang zur Besessenheit: Selbst eine gerissene Achillessehne konnte ihn nicht aufhalten, noch zwei Freiwürfe zu versenken, um dann erst vom Feld zu humpeln. »Wir lagen zurück, ich musste ausgleichen«, begründete er dies Jahre später. Sein Arbeitsethos endete nicht auf dem Parkett. Am Morgen nachdem er im goldenen Konfettiregen mit 60 Punkten sein Bilderbuch-Karriereende gefeiert hatte, war Bryant zwei Stunden vor seinen Mitarbeitern von Kobe, Inc. bereits wieder im Büro.

Die Leidenschaft für den Sport ging nahtlos in die Begeisterung für das Geschichtenerzählen über. Mit seinen Storys wollte Bryant an den Broadway. 2018 gewann er einen Oscar für »Dear Basketball«, einen animierten Kurzfilm, der auf einem Gedicht von ihm zu seinem Karriereende basierte.

Dass in allen Würdigungen durch A-Prominente von Barack Obama über Dirk Nowitzki bis Cristiano Ronaldo, das Bild eines vorbildlichen Athleten und Familienvaters gezeichnet wird, erschien dabei zeitweise fast ausgeschlossen. Einen erbitterten Machtkampf mit O'Neal entschied Bryant 2004 für sich. Sein Mannschaftskamerad musste gehen, die Lakers waren nun sein Team, der Erfolg blieb aus.

Bryant überwarf sich mit weiteren Weggefährten. Vergewaltigungsvorwürfe einer Hotelangestellten im Jahr 2003 zerstörten vorerst das makellose Image, auch wenn die Staatsanwaltschaft die Anklage fallen ließ, als die Frau nicht mehr am Prozess teilnahm.

Sportlich erfand sich Bryant neu, wurde Teamplayer, holte zwei weitere Titel. Im Gegensatz zu Dirk Nowitzki nahm er aber auch gegen Ende seiner Karriere keine großen Gehaltseinbußen in Kauf. Selbst im letzten Jahr strich er noch 25 Millionen US-Dollar ein, limitierte damit den personellen Spielraum der Lakers, mit denen er gegen Ende seiner Laufbahn jahrelang im Niemandsland der NBA herumdümpelte.

Seinem Ansehen tat dies auch nach der Karriere keinen Abbruch. Als Bryant bei der WM 2019 in China einige Worte auf Mandarin sprach, rasteten die Fans komplett aus. Wichtiger als der Ruhm waren ihm seine Familie mit Frau Vanessa und den vier Töchtern. Bei dem tragischen Hubschrauberflug befand sich Bryant an der Seite von Gianna - Medienberichten zufolge auf dem Weg zu einem Basketballspiel seiner Tochter.

Bryant-Profil bei NBA

Bericht zum Tod Bryants bei der NBA

Statement zum Tod Bryants von NBA-Commissioner Adam Silver

"TMZ"-Bericht

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