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Knapp 300 Pferde und Tausende Zuschauer

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Kaplan Mario Haberl hoch zu Ross. (Fotos: Horn)

Teisendorf – Es ist schon ein besonderes Bekenntnis zum Erhalt alt überlieferter Bräuche, dass die Holzhauser Leonhardigilde Jahr für Jahr an den Tag legt. Mit der Organisation des traditionellen Leonhardiritts am Pfingstmontag, der erstmals bereits im Jahr 1612 urkundlich erwähnt wurde, wurde auch heuer eine Veranstaltung der besonderen Art auf die Beine gestellt.


Die Mitglieder der Leonhardigilde hatten zusammen mit der Dorfgemeinschaft und zahlreichen Helfern wieder enorme Vorarbeit geleistet, diese Großveranstaltung zu stemmen. »Es werden wieder knapp 300 Pferde sein, die heuer mit dabei sind«, freute sich der Leonhardigilden Vorstand Georg Wallner über den Zuspruch.

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Die Holzhauser Leonhardigilde schreibt mit ihrem Bekenntnis zur überlieferten Jahrhunderte währenden Tradition ein Stück regionaler Geschichte. Unter Vereinsvorstand Georg Wallner und dem langjährigen Mitorganisator Johann Lamminger senior an der Spitze war alles bestens gerichtet und viele Helfer hatten ihren Beitrag zum Gelingen des Fests geleistet.

Mit prächtig geschmückten Tieren waren Rosserer aus dem Berchtesgadener Land, den Nachbarlandkreisen sowie aus Österreich gekommen. Entweder in fescher regionaler Tracht oder teils in schmucken Uniformen saßen sie im Sattel oder auf einem der festlich herausgeputzten Wägen. Angeführt wurde der Zug auch diesmal von zwei Postillionen, danach folgte Hans Lamminger in der Figur des Heiligen Georg und der Kreuzträger Wolfgang Lamminger.

Kaplan Mario Haberl ließ es sich nicht nehmen, ebenfalls hoch zu Ross beim Umzug mitzureiten, er saß fest im Sattel auf der achtjährigen Kaltblutstute »Ronja« aus dem Besitz der Familie Lamminger.

Die Musikkapellen aus Teisendorf, Neukirchen und Ringham-Petting fuhren auf weiteren Wägen mit und gestalteten den Umzug mit Prozessionsmärschen. Drei Gruppen des Teisendorfer Trachtenvereins und eine Delegation des Schützenvereins Edelweiß Holzhausen fuhren ebenfalls mit und der Obst- und Gartenbauverein leistete einen farbenfrohen Beitrag mit einem bunt geschmückten Festwagen.

Nicht fehlen durfte auch diesmal ein Modell des Holzhauser Kircherls, das ebenfalls festlich geschmückt im Zug mitgeführt wurde. In Festkutschen saßen Ehrengäste und für die Veranstalter war es heuer eine besondere Freude, dass Alt-Landtagspräsident Alois Glück der Einladung gefolgt war. Auf weiteren Wägen wurden die Figuren des Heiligen Leonhard, der Bauernheiligen Notburga und Isidor sowie ein Wegkreuz mitgefahren. Das wesentliche Augenmerk war aber auf die Pferde gerichtet. Fesch herausgeputzt waren Kaltblüter, Friesen, Haflinger oder Ponys und man konnte deutlich sehen, mit wie viel Liebe und Mühe die Pferdefreunde ihre Tiere für diesen Tag zu Recht gemacht hatten. Ein weiterer Blickfang waren die schönen Gespanne, mit denen die Wägen gezogen wurden und prächtige Geschirre glänzten in der Junisonne. Zweimal zog die festliche Gesellschaft durch das Dorf und vor dem Leonhardskircherl spendete Teisendorfs Seelsorger Martin Klein den Segen an Ross und Reiter. Anschließend wurde ein festlicher Gottesdienst mit Erzabt Dr. Korbinian Birnbacher gefeiert.

Ein schwerer Unfall überschattete Ritt

Überschattet wurde die Veranstaltung heuer von einem Unfall. Kurz vor Beginn des Umritts scheute ein Pferd, die Reiterin stürzte und wurde schwer verletzt. Anwesende Helfer des BRK leisteten sofort erste Hilfe. Die Verletzte musste mit dem Rettungshubschrauber in die Kreisklinik geflogen werden. Erst nach dem Abtransport der Verunglückten startete der Umzug mit rund halbstündiger Verspätung. mh