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Wie geht es weiter mit der Notfallversorgung in Berchtesgaden? (Foto: Thomas Jander)

Kliniken-Neustrukturierung Thema im Gemeinderat Schönau am Königssee

Schönau am Königssee – Nach den Gemeinderäten in Marktschellenberg und Ramsau war die Neustrukturierung der Kreiskliniken Südostbayern (KSOB) am Dienstag auch Thema im Gemeinderat Schönau am Königssee. Den von Andreas Pfnür (SPD) geäußerten Vorwurf der schlechten Informationspolitik konnte Bürgermeister Hannes Rasp allerdings nicht nachvollziehen.


Pfnür hält es für schade, dass der Gemeinderat vor der Beschlussfassung im Kreistag nicht gehört worden sei. So ein Thema gehöre vorher zur Information in die Gemeinderäte. Auch die Bevölkerung hätte informiert werden müssen, sagte Pfnür. Er sei nun »tieftraurig«, dass die ganze Schuld den Kreisräten, die selbst keine umfangreichen Informationen gehabt hätten, in die Schuhe geschoben werde. »Ich kann nicht akzeptieren, was im Oktober passieren soll«, sagte Pfnür. Der plädierte für den Kompromiss, mit der Schließung der Notfallversorgung in der Kreisklinik Berchtesgaden zumindest so lange zu warten, bis das neue Zentralklinikum in Bad Reichenhall gebaut ist.

Den Vorwurf der ungenügenden Information wollte Bürgermeister Hannes Rasp nicht teilen. Der Rathauschef wunderte sich darüber, dass es nach der grundsätzlichen Beschlussfassung im Dezember nun bis Juli gedauert habe, ehe darüber öffentlich diskutiert werde. »Es ist uns schlüssig erklärt worden, warum vor allem wegen der Bundesvorgaben nicht alle sechs Häuser wie bisher erhalten werden können«, sagte Rasp. Das könne man sich zum einen nicht leisten und zum anderen fehle dafür das Personal.

Der Bürgermeister verwies auch darauf, dass die Kliniken nicht Sache der Gemeinderäte, sondern des Kreistages seien. Am 19. September werde man auf einer Informationsveranstaltung im Gymnasium Berchtesgaden mehr erfahren. »Das Thema ist nicht bei allen ganz angekommen«, sagte 2. Bürgermeister Richard Lenz (Freie Wähler). Zwar sei die Sitzung damals öffentlich gewesen, doch es habe nicht jeder verstanden, was KSOB 2.0 genau bedeutet. Lenz führte weiter aus: »Für mich ist es wichtig, dass für die Berchtesgadener und ihre Gäste die Notfallversorgung weiterhin gewährleistet ist. Und so wie sich die Situation in Bad Reichenhall derzeit darstellt, kann diese Notfallversorgung dort nicht sichergestellt werden.« Mehr darüber werde man hoffentlich dann am 19. September erfahren.

Thomas Janzen (Freie Wähler) verwies auf die Pläne, in Berchtesgaden ein Medizinisches Versorgungszentrum zu installieren, das die Notfallversorgung übernehmen soll. Das sei in der ganzen Diskussion bislang untergegangen. Nachdem die Freien Wähler kürzlich auf einer Fraktionssitzung nähere Informationen zu dem Thema erhalten hätten, »sehe ich das alles nicht mehr so kritisch wie es in den Leserbriefen dargestellt wird«, sagte Janzen. 

Ulli Kastner