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Kliniken Südostbayern erneut mit positivem Ergebnis

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Vertreter aus den Kommunen beider Landkreise zeigten großes Interesse an der Bilanz der Kliniken Südostbayern AG (KSOB). (Foto: Konnert)

Trotz schwieriger Rahmenbedingungen, die vor allem bundespolitisch bedingt seien, berichtete Dr. Uwe Gretscher, Vorstandsvorsitzender der Kliniken Südostbayern AG (KSOB), bei der Jahreshauptversammlung in Teisendorf über eine positive Unternehmensbilanz. Mit rund 200.000 Euro sei das Planergebnis leicht übertroffen worden. Nach 2017 haben die KSOB somit zum zweiten Mal in Folge schwarze Zahlen geschrieben.


Mit dieser Entwicklung zeigte sich auch der Aufsichtsrat zufrieden. Nur wenn die wirtschaftliche Situation stabil sei, könne man eine umfassende medizinische Versorgung gewährleisten, darin waren sich die Landräte Siegfried Walch (Traunstein) und Georg Grabner (Berchtesgadener Land) einig. Grabner war 2018 Aufsichtratsvorsitzender und hat bei der Jahreshauptversammlung den Vorsitz turnusgemäß an Walch übergeben. »Wir wollen eine bestmögliche, wohnortnahe medizinische Versorgung aller Menschen in unserer Region und stehen deshalb zur kommunalen Trägerschaft der Kliniken Südostbayern und zum Erhalt aller sechs Standorte«, betonten beide Landräte wieder einmal. Alle anderslautenden Meldungen seien Gerüchte und entbehrten jeder Wahrheit.

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Es sei wichtig, dass die Kliniken als ein Unternehmensverbund wahrgenommen würden, der laufend auf seine Zukunftsfähigkeit hin überprüft werde und für deren Erhalt man auch entsprechend investieren müsse, betonte Grabner. Die beiden Landkreise hätten auch im zurückliegenden Jahr die Kliniken mit drei Millionen Euro Zuschuss unterstützt und werden dies auch weiterhin tun. Dieser gesicherte und permanente Zuschuss der kommunalen Träger gebe den Kliniken die notwendige Planungssicherheit. So könne man auf das gute Fundament, dass man geschaffen habe, weiter aufbauen, zeigte sich Grabner überzeugt. Und Walch ergänzte. »Die Landkreise werden ihrer Verantwortung gerecht. Die Mitarbeiter der KSOB müssen spüren, dass die Gesellschafter hinter ihnen stehen«.

Der allgemeine Personalmangel in der Pflege und die auf Bundesebene beschlossenen Pflegepersonaluntergrenzen machen auch den Kliniken Südostbayern zu schaffen. Anders als von der Bundespolitik versprochen, seien die hohen Investitionen, die für das Erreichen der Pflegepersonaluntergrenzen notwendig seien, noch nicht refinanziert worden, berichtete Dr. Gretscher. Dennoch bemühe man sich auch weiterhin, nur bestens qualifiziertes Personal in Pflege und Medizin einzusetzen und baue hier auch auf Eigeninitiative durch Aus- und Weiterbildung im neuen Bildungszentrum, das in Traunstein eingerichtet worden ist. »Wir bilden auch neue Berufe aus und holen neue Berufsgruppen, wie Physician Assistants, Chirurgisch-technische Assistenten und Servicekräfte«, so Vorstand Elisabeth Ulmer. Man komme bei dem knappen Personalmarkt aber nicht umhin, auch auf ausländische Kräfte zurückzugreifen. Man lege großen Wert darauf, dass das eingesetzte Personal neben hohem Fachwissen auch gut Deutsch spreche. Im vorigen Jahr habe man 100 neue Mitarbeiter zur Pflege oder im ärztlichen Dienst einstellen können. Mit insgesamt 4000 Mitarbeitern, davon 2388 in Vollzeit, seien die KSOB der größte Arbeitgeber in der Region. Auch die Vielfalt der Berufe sei mit 88 beeindruckend.

Vorstand und Aufsichtsrat bedankten sich ausdrücklich bei allen Mitarbeitern für das gemeinschaftliche Engagement, das immer das Wohl der Patienten und die Zukunft des Unternehmens im Blick habe. Dies zeige auch die wachsende Zufriedenheit der Patienten und die steigende Akzeptanz der Kliniken in der Bevölkerung. »Die Mitarbeiterfluktuation ist bei uns gering, viele bleiben den KSOB über lange Zeit treu«, betonte Ulmer.

Landrat Walch bedankte sich seitens der Gesellschafter auch beim Vorstand, der richtungsweisend, überlegt und verantwortungsvoll agiert habe. So sei das positive Jahresergebnis ein Kraftakt und eine Gemeinschaftsleistung aller. Mit dazu beigetragen habe auch das schlankere Prozessmanagement, das Teil des Fünfjahresprogramms »Perspektive 2022« ist. Es wurde 2018 mit dem »Deutschen Change Award« für das beste Veränderungsmanagement im Gesundheitswesen in Deutschland ausgezeichnet. Die Auszeichnung sei eine zusätzliche Motivation für die gesamte Belegschaft.

Auch das medizinische und pflegerische Leistungsspektrum, unter anderem für Patienten mit demenziellen und geriatrischen Erkrankungen, sei ausgebaut worden, erläuterte Dr. Stefan Paech, Medizinischer Direktor der KSOB, und erwähnte unter vielen anderen das Neurologische Zentrum mit der hochmodernen Schlaganfallversorgung in Traunstein und das Schilddrüsenzentrum in Trostberg.

Für die nächsten Jahre soll kräftig an verschiedenen Standorten in Baumaßnahmen investiert werden. Rund 420 Millionen Euro sind bis 2035 dazu eingeplant. Der Vorstandsvorsitzende geht davon aus, dass ein großer Teil der Mittel aus Fördermaßnahmen des Freistaats Bayern kommt, der Rest von den Landkreisen. »Wichtig ist, zu hinterfragen, ob das sein muss.« so Gretscher. Ja, man brauche das, um die medizinische Versorgung sicherzustellen. Die umfangreichsten Maßnahmen werden an der »Lokomotive der KSOB«, dem Klinikum Traunstein erfolgen. Hier werde man insgesamt 235 Millionen investieren. In Kürze soll dort mit dem Bau einer Bettenstation begonnen werden. Im zweiten Jahr soll eine Intensivstation für Kinder, chirurgische und internistische Patienten dazukommen. Ruhpolding soll für 4 Millionen saniert und zum Schwerpunkt für altersmedizinische Versorgung umgebaut werden. Die Entscheidung zu den Maßnahmen in Bad Reichenhall ist noch nicht gefallen.

Für das verbleibende Jahr 2019 stellte der Vorstandsvorsitzende fest: »Es wird nicht leichter werden!« Die zunehmende Digitalisierung sei ein langwieriger und kostenintensiver Prozess, der auch die Mitarbeiter stark fordere. Die aktuellen Tarifverhandlungen und die beschlossene Ausgliederung der Pflegekosten aus dem pauschalisierenden Abrechnungssystem DRG würden viele Unwägbarkeiten bergen. Dennoch sei er überzeugt, dass man aus der gegenwärtigen Situation heraus die Zukunft der medizinischen Versorgung in der Region positiv gestalten könne. kon