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Klinik: Sanierung nach 30 Jahren vollendet

Traunstein. Nach 30 Jahren ist die Sanierung und die Erweiterung des Klinikums Traunstein mit der Einweihung des siebten Bauabschnitts nun vorerst abgeschlossen (wir berichteten).

Die Architekten Hans Romstätter (links) und Andreas Boesel (rechts) übergaben den symbolischen Schlüssel an den Aufsichtsratsvorsitzenden Georg Grabner (von links), Klinik-Vorstand Stefan Nowack und den Stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden Hermann Steinmaßl. (Foto: Buthke)

Mit der Kliniken Südostbayern AG sei man einen beispielhaften Weg gegangen, um die Strukturen zukunftsfähig zu machen, betonte der Bayerische Staatsminister für Umwelt und Gesundheit, Marcel Huber, bei der Einweihungsfeier. In einem Flächenstaat wie Bayern gehe es nicht nur um die Grund- und Maximalversorgung, sondern dazwischen auch um eine komplexe, wohnortnahe Gesundheitsversorgung. Die Versorgung im ländlichen Raum sei ihm ein besonderes Bedürfnis. »Deshalb habe ich es mir als Gesundheitsminister zur Aufgabe gemacht, dort die medizinische Versorgungsqualität zu erhalten und auszubauen«, betonte er. Gerade um die Abwanderung junger Leute zu stoppen, sei die medizinische Versorgung neben der Grundversorgung ganz wichtig.

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Weichen für nächsten Bauabschnitt gestellt

Für die Bauabschnitte eins bis sieben seien vom Freistaat rund 98 Millionen Euro geflossen. Zusammen mit anderen Förderleistungen seien es in den vergangenen 20 Jahren 158 Millionen Euro gewesen. Nun geht es an den achten Bauabschnitt, den Ausbau und die Erneuerung der Zentralsterilisation. Hierfür seien die Weichen mit der Förderzusage von 4,72 Millionen Euro bereits gestellt.

Der Stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende der Kliniken, Landrat Hermann Steinmaßl, gab einen Rückblick vom Grundsatzbeschluss zur Sanierung des damaligen Stadtkran-kenhauses Traunstein und dem Baubeginn 1984 über die Übernahme des Stadtkrankenhauses durch den Landkreis 1991, die Gründung der Kreiskrankenhäuser Traunstein-Trostberg GmbH 1995 bis zur Fusion mit den Krankenhäusern des Berchtesgadener Landes 2009.

Er gratulierte zur Fertigstellung des siebten Bauabschnitts, der optimale Rahmenbedingungen für die Genesung der Patienten schaffe. Seit 2002 habe der Landkreis fast 120 Millionen Euro in die Klinikstandorte Traunstein und Trostberg investiert. »Das verdeutlicht die Dynamik und Weiterentwicklung, die im Gesundheitssektor steckt«, so Steinmaßl. Die Investitionen, die der Kreistag in die Kliniken stecke, tätige er gerne. Die Zukunft der Krankenhäuser in kommunaler Trägerschaft sei eine wichtige Grundlage für den Standort und die Lebensqualität der Bürger.

Oberbürgermeister Manfred Kösterke bezeichnete Traunstein als einen »gesunden Standort«. Jetzt gelte es, angesichts dramatischer Entwicklungen bei den Arztpraxen im ländlichen Raum in die Zukunft zu schauen. Damit werde der Druck auf die Kliniken im ambulanten Bereich größer. »Aber wir sind in der glücklichen Lage, so eine Einrichtung wie das Klinikum zu haben«, sagte Kösterke. Von einem Meilenstein bei der Verbesserung der Gesundheitsversorgung sprach der Landtagsabgeordnete Klaus Steiner. Vor dem Hintergrund der Finanzkrise sei es keine Selbstverständlichkeit, dass der Freistaat Geldgeber sei.

Das Klinikum Traunstein bringe eine medizinische Versorgung auf höchstem Niveau, dies zeige die Akzeptanz durch die Bevölkerung, meinte der Ärztliche Direktor Prof. Dr. Rupert Ketterl. Das Klinikum biete ein Versorgungsspektrum einer universitären Einheit, ärztliche Kompetenz und pflegerische Hingabe sowie nun auch eine Unterbringung, die in der Vergangenheit so nicht gegeben waren. Trotz der zwischenzeitlichen, baubedingten Reduzierung der Bettenzahl seien dank der Organisation des Zentralen Bettenmanagements und der Bauplanung die Fallzahlen nicht zurückgegangen, sondern seien sogar noch steigend.

Das Klinikum und die gesamte Kliniken Südostbayern AG seien baulich in einem sehr guten Zustand und auch apparativ sehr gut ausgestattet, betonte Klinik-Vorstand Stefan Nowack. Dazu brauche es aber auch Menschen, die sich mit dem entsprechenden Elan ihren Aufgaben widmen, und eine große Unterstützung durch den Freistaat. Dank des Aufsichtsrats und der Kreistage Traunstein und Berchtesgadener Land funktioniere die kommunale Aktiengesellschaft. Die Architekten Hans Romstätter aus Traunstein und Andreas Boesel aus München gaben einen Rückblick. Sie betonten, dass es eine Knochenarbeit gewesen sei, die Baustelle bei laufendem Betrieb durchzuführen. Bjr