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Kleinkinder in der Region ganz unterschiedlich gegen Rotaviren geimpft

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Impfung
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Foto: Jörg Carstensen/dpa-Archiv

Nur gut die Hälfte der 2015 geborenen Kleinkinder sind in Bayern vollständig gegen den gefährlichen Rotavirus geimpft. Die schlechteste Impfquote in ganz Deutschland hat der Landkreis Rosenheim.


Gerade einmal 45,9 Prozent der Kleinkinder in Oberbayern sind vollständig gegen den gefährlichen Rotavirus geimpft. "Damit liegt die oberbayerische Impfquote sehr deutlich unter dem sowieso schon geringen bundesweiten Schnitt von 68,3 Prozent", teilt Christian Bredl, Leiter der Techniker Krankenkasse (TK) in Bayern mit. Er beruft sich auf Zahlen des Robert-Koch-Instituts.

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Mit nur 15,0 Prozent weist der Landkreis Rosenheim nicht nur die schlechteste Impfquote von Oberbayern auf, sondern sogar von ganz Deutschland.

Zahlen der regionalen Landkreise:

Traunstein: 50,6 Prozent
Berchtesgadener Land: 48,2 Prozent
Rosenheim, Stadt: 21,1 Prozent
Rosenheim: 15,0 Prozent
Altötting: 23,7 Prozent
Mühldorf am Inn: 38,9 Prozent

Rotaviren sind die häufigste Ursache für Magen-Darm-Infektionen bei unter Fünfjährigen. Sie lösen starken, bis zu einer Woche andauernden Durchfall, Erbrechen und Fieber aus. Zwar kommt es nur selten zu lebensbedrohlichen Erkrankungen, wegen des hohen Wasserverlusts müssen dennoch zahlreiche Fälle stationär im Krankenhaus behandelt werden. Im Jahr 2017 gab es 5811 Rotavirus-Erkrankungsfälle in Bayern, davon 2261 in Oberbayern. Bayernweit erkrankten daran 2475 Kinder unter fünf Jahren. In Oberbayern waren 988 Kleinkinder betroffen, das sind 44 Prozent aller Erkrankten.

Deutliche regionale Unterschiede

In der oberfränkischen Stadt Hof haben mit 83,4 Prozent mehr Kleinkinder als überall sonst in Bayern den Impfschutz gegen Rotaviren bekommen. In ganz Bayern gibt es nur dreizehn Landkreise und Städte, in denen die Impfquote 70 Prozent übersteigt. In Oberbayern liegen alle darunter.

Die Landeshauptstadt München verbucht 63,9 Prozent Impfquote und in Rosenheim sind nur 21,1 Prozent der Kinder des Geburtsjahrgangs 2015 rechtzeitig und vollständig geimpft.

"Dass die Impfquoten generell nicht allzu hoch ausfallen, könnte daran liegen, dass es eine entsprechende Empfehlung der ständigen Impfkommission erst seit dem Jahr 2013 gibt", vermutet Bredl angesichts der teilweise sehr niedrigen Zahlen. Die Empfehlung gelte aber nach wie vor und dient den Bundesländern als Vorlage für deren öffentliche Impfempfehlungen. Die Impfung kann Säuglinge und Kleinkinder vor einer schweren Infektion schützen, damit sie nicht ins Krankenhaus müssen.

Die Rotavirus-Saison beginnt meist im Herbst und dauert bis in den März hinein. "Es ist also damit zu rechnen, dass in den kommenden Wochen die Fallzahlen noch einmal deutlich ansteigen", erklärt der bayerische TK-Chef.

Die ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt, die Impfserie bis spätestens zum Alter von 12 Wochen zu beginnen. Die Immunisierung muss je nach Impfstoff bis zum Alter von 24 bzw. 32 Wochen abgeschlossen sein und ist mit zwei bzw. drei oralen Impfstoffdosen vollständig.

 

Pressemitteilung der Techniker Krankenkasse