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Kleine Züge seit 25 Jahren unter Dampf und Strom

Traunstein. Mit einer Jubiläumsausstellung im großen Saal des Rathauses feierte der Modelleisenbahnclub Traunstein sein 25-jähriges Bestehen. Als besonderen Jubiläumsgast konnte der Vorsitzende Reinhold Zimmermann die österreichische, inzwischen europa-weit bekannte Stardesignerin Gudrun Geiblinger begrüßen, die 14 verschiedene Lokomotiven gestaltet hat. Sie stellte ihre Lokomotiven anhand von Modellen vor und unterschrieb limitierte Lokdesign-Karten gegen eine Spende für die Aktion »Die im Dunkeln sieht man nicht...«.

Eine kleine Fotoausstellung gab einen Überblick über die 25-jährige Vereinsgeschichte des Modelleisenbahnclubs Traunstein.

Oberbürgermeister Manfred Kösterke, der die Schirmherrschaft übernommen hatte und die Ausstellung dem Anlass entsprechend mit Fahrdienstleitermütze, Kelle und Trillerpfeife eröffnete, erklärte, der Modelleisenbahnclub sei zwar einer der kleinsten Traunsteiner Vereine, aber einer, der die meiste Aufmerksamkeit errege und bundesweit unterwegs sei. Er wies auf einige Höhepunkte hin, die den Verein und die Stadt Traunstein verbinden. Die Winteranlage, die alljährlich auf dem Traunsteiner Christkindlmarkt zu sehen sei, werde vom Club betreut.

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Als am 1. August 2010 anlässlich des 150. Jubiläums des Traunsteiner Bahnhofs ein ICE auf den Namen »Stadt Traunstein« getauft worden sei, habe die Stadt auch ein Modell davon geschenkt bekommen. Damit das ICE-Modell nicht in irgendeinem Regal im Rathaus verwinde, habe die Stadt es dem Modelleisenbahnclub in Obhut übergeben, damit dieser ihn auf seiner Anlage fahren lassen kann. »Alle zwei Jahren ist der ICE bei der großen Modelleisenbahnausstellung in der Franz-Eyrich-Halle zu sehen, oder wenn der Modelleisenbahnclub auf anderen Ausstellungen in Deutschland präsent ist«, freute sich Kösterke über den Werbeeffekt. Namens der Stadt dankte auch das Stadtoberhaupt der Lokdesignerin Geiblinger für ihre Signierstunde zugunsten der Aktion »Die im Dunkeln sieht man nicht...« und übergab ihr ein Buch mit Luftaufnahmen von Traunstein. Dem Modelleisenbahnclub wünschte er alles Gute für die nächsten 25 Jahre. Michael Umkehrer gab einen kurzen Rückblick auf die vergangenen 25 Jahre. Der Verein wurde am 21. Oktober 1988 von sieben Personen im Gasthaus Sailer-Keller gegründet. Der erste Vorsitzende war Rudi Lindner. Da der Verein keine eigenen Räume hatte, begannen die Mitglieder als einer der ersten Vereine in Deutschland eine Modulanlage zu bauen. Heute besteht die Anlage aus 60 Modulen. Später wurden, zunächst im Sailer-Keller, später in der Franz-Eyrich-Halle Modelleisenbahnbörsen für gebrauchte Modelleisenbahnartikel organisiert.

Seit 2004 stellt der Verein die Eisenbahnanlage auf dem Christkindlmarkt auf. Mit Hilfe der Stadt wurde dafür 2008 eine eigene Hütte gebaut. »Es ist immer wieder eine Freude, wie gut die Winterbahn ankommt«, so Umkehrer. Einziger Wermutstropfen ist, dass der Verein nach 25 Jahren noch immer keine eigenen Räume für seine 25 Mitglieder in Traunstein hat. In der Ausstellung wurden den Besuchern unter anderem eine Fotoausstellung über 25 Jahre Modelleisenbahnclub Traunstein und ein Film über das Lokdesign von Gudrun Geiblinger, Teile der Modulanlage, eine Schnellfahranlage, eine Modellanlage für den Nachwuchs und ein Panorama von der Fahrt des Adlers von 1835 gezeigt. Bjr