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Klare Ansage an BVB - »Heynckes macht alles richtig«

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Javier Martinez (M) vom FC Bayern München erzielt 2:0 gegen Werder-Keeper Mielitz (r). Foto: Andreas Gebert Foto: dpa

München (dpa) - Nach den meisterlichen Pokal-Warnschüssen an Dortmund mussten die XXL-Bayern nach dem 6:1 (2:0)-Sieg über Werder Bremen verbal gar nicht mehr groß nachlegen.


Der selig lächelnde Vereinspräsident Uli Hoeneß verkniff sich nach dem »opulenten Sieg«, wie Jupp Heynckes den Münchner Triumph in seinem 1000. Bundesligaspiel als Spieler und Trainer betitelte, sogar jedes Wort in Richtung der Borussia. Und auch Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge betrachtete die Darbietung auf dem Fußballplatz als ausreichende Kampfansage für das große Duell im DFB-Pokal-Viertelfinale: »Wir sind sehr gut vorbereitet, das hat man gesehen«, sagte Rummenigge und ergänzte: »Das wird ein schweres Spiel - aber nicht nur für uns, sondern auch für Borussia Dortmund!«

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Die 23. Meisterschaft bleibe der »wichtigste Titel«, betonte Rummenigge. Aber eine nationale Zugabe im Pokal liegt den Bossen gerade nach dem Final-Debakel gegen den BVB 2012 besonders am Herzen. »Berlin ist unser Ziel«, sagte Rummenigge mit Blick auf Mittwoch: »Die Fans in Deutschland können sich auf das Spiel freuen.«

Für den Bundesliga-Dominator dürfte das Duell mit der Klopp-Truppe endlich mal wieder eine Herausforderung sein. »Wir haben einen riesigen Pokalfight vor uns«, erklärte Heynckes, der in seinem Jubiläumsspiel gegen Bremen alle personellen Maßnahmen schon auf das Spiel der Spiele ausgerichtet hatte. Er schonte Stammkräfte wie Schweinsteiger, Müller, Kroos und Mandzukic und ermöglichte dafür genervten Reservisten wie Arjen Robben oder Mario Gomez mal wieder einen Gute-Laune-Spieltag. »Es macht einfach Spaß, wieder auf dem Platz zu stehen«, sagte der herausragende Robben froh. »Der Trainer hat sechsmal gewechselt - und trotzdem funktioniert die Mannschaft«, stellte der zweifache Torschütze Gomez zufrieden fest.

Auch Rummenigge staunte darüber: »Es hat viel Rotieren des Trainers gegeben, aber es war eigentlich kein Unterschied zum Sieg bei Arsenal London festzustellen.« Dafür erhielt 1000-Spiele-Mann Heynckes neben einer wertvollen Uhr als Jubiläumspräsent an seinem Ehrentag auch noch ein dickes Lob des Vereinschefs. »Jupp Heynckes macht alles richtig und gut im Moment«, sagte Rummenigge.

Der Trainer kann aus seinem Luxuskader auswählen, wen er will, es »juppt« einfach auf dem Rasen: Robben (25. Minute), Javi Martínez (28.), Gomez mit Doppelpack (51./89.) sowie Franck Ribéry (86.) trafen nach Herzenslust gegen hilflose Bremer. »Tore und Spaß«, mit diesen Worten beschrieb Ribéry den aktuellen Bayern-Alltag.

Bremens Theodor Gebre Selassie (49.) fabrizierte zudem noch ein Eigentor. Zuvor hatte Sebastian Prödl mit seiner Roten Karte wegen einer Notbremse an Torjäger Gomez (44.) den Bayern den 19. Sieg im 23. Saisonspiel noch zusätzlich vereinfacht. 60 Punkte, 63:8 Tore - die Bayern werkeln an einer Saison der Superlative.

»Wir wollten uns mehr wehren, dazu waren wir aber nicht imstande«, stöhnte Werder-Trainer Thomas Schaaf, dessen 750. Partie als Spieler und Trainer in der 1. und 2. Bundesliga in einer Katastrophe endete. Auch der Treffer von Kevin de Bruyne (58.) war kein Trost für die abgewatschten Bremer, obwohl es für Manuel Neuer immerhin das erste Gegentor nach 586 Bundesliga-Minuten war.

Strahlemann des Tages war Robben. Der Holländer bewies, warum er der festen Überzeugung ist, immer auf dem Platz stehen zu müssen. Er glänzte als Torschütze und Vorbereiter, dribbelte und wirbelte. »Die 90 Minuten waren positiv für mich«, meinte Robben.

Auch gegen Dortmund wird er erste Wahl sein, zumal Ribéry gesperrt ist. Beim Versuch der Bayern, die Machtverhältnisse im deutschen Fußball wieder ganz in ihrem Sinne auszurichten, ist der zuletzt frustrierte Bankdrücker nun wieder Hoffnungsträger. »Arjen ist gut drauf«, sagte Rummenigge: »Er hat unter Beweis gestellt, dass er körperlich topfit ist und auch wieder torgefährlich ist. Wir brauchen Arjen in dieser Verfassung, um unsere Ziele zu erreichen.« Das nächste heißt: Triumph gegen Dortmund!

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