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Kiefer Sutherland singt Country-Songs

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Kiefer Sutherland
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Kiefer Sutherland hat etwas zu erzählen. Foto: Andreas Arnold Foto: dpa

Als Serienheld Jack Bauer bringt er jahrelang Terroristen zur Strecke, musikalisch ist er auch gern mal ein Softie. Kiefer Sutherland singt auf seinem neuen Album über einen ganz besonderen Menschen und ein liebgewonnenes Tier.


Berlin (dpa) - Hollywood rockt: Schauspieler wie Bradley Cooper, Hugh Jackman, Kevin Costner oder David Duchovny stehen immer öfter vor dem Mikrofon statt vor der Kamera.

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Auch Emmy-Gewinner Kiefer Sutherland, der als Anti-Terror-Agent Jack Bauer in »24« zum Serienhelden wurde, wechselt gerne mal das Fach. Auf seinem zweiten Album »Reckless & Me«, das an diesem Freitag erscheint, bedient er vor allem Fans des guten alten Country-Rock.

»Es ist am besten mit dem Wort Americana-Musik zu beschreiben. Eine Mischung verschiedener Genres. Aber ob Blues oder Rock: Alle Genres sind aus der Country-Musik entstanden«, sagt Sutherland über seinen Musikstil. Der erste Song »Open Road«, den der Kanadier schon mit Helene Fischer in deren Weihnachtssendung sang, ist ehrlicher Gitarren-Country-Rock. »Something You Love« bringt den ein oder anderen Western-Saloon-Besucher mit seinem eingängigen Refrain sicher zum Tanzen.

Der 52-Jährige, der vor drei Jahren sein Debütalbum »Down In A Hole« veröffentlichte und lange Zeit auch ein eigenes Label führte, erklärt seine relativ späte Musikkarriere so: »Ich bin an einem Punkt in meinem Leben angelangt, an dem ich etwas zu erzählen habe. Über das Leben. Über Höhen und Tiefen. Verluste.« Auf und Ab durchlebte Sutherland in seinem Leben tatsächlich.

Seine damalige Verlobte Julia Roberts ließ ihn 1991 sozusagen vor dem Traualtar stehen und brannte mit seinem Kumpel durch. Mehrmals saß er wegen Trunkenheit am Steuer im Knast. »Wenn du über das Leben singen willst, musst du gelebt haben«, sagt der Filmstar im dpa-Gespräch.

Das Rockerimage erfüllt der in London geborene Schauspieler also schon mal. Dazu kommt seine unverkennbare, raue Stimme - laut Sutherland ein Resultat aus »Whiskey und Zigaretten«. Bei einem mehrtägigen Berlin-Besuch vor wenigen Wochen verriet er, schon Stammgast in einer Eckkneipe zu sein, weil man dort rauchen dürfe.

Aber auch wenn er heute noch »wilde Momente« habe: Auf Tour zügelt sich der zweifache Großvater dann doch. »Ich liebe es, Zeit mit meiner Band zu verbringen. Aber irgendwann im Leben wird es schwer, bis vier Uhr morgens unterwegs zu sein, zu trinken und am nächsten Abend eine Show zu spielen.«

Die Zeit der Trinkgelage und Kneipenschlägereien scheint vorbei zu sein. Auf »Reckless & Me«, das nach dem früheren Pferd des Rodeoreiters benannt ist, zeigt sich Sutherland auch gefühlvoll. In der Ballade »Saskatchewan« besingt er die Heimat seiner Großeltern, »Song of a Daughter« dreht sich um das Erwachsenwerden seiner Tochter Sarah, die ebenfalls als Schauspielerin arbeitet. »Du wirst immer mein kleines Mädchen sein«, heißt es da melancholisch.

»Ich wurde von meiner Mutter quasi alleine großgezogen, habe eine Zwillingsschwester und zwei Töchter. Ich bin also umgeben von Frauen«, sagt Sutherland über seine softe Seite. »Wir wurden dazu erzogen, über unsere Gefühle zu sprechen.«

Die zehn Songs seines neuen Albums, die nicht nur bei Country-Fans gut ankommen dürften, präsentiert Sutherland im Herbst auch in Deutschland. Stilecht mit Cowboy-Hut und Sonnenbrille, wie zuletzt bei einem Mini-Gig in Berlin. Mit Anzug und Krawatte ist der Rocker bald auch wieder zu sehen. In seiner Rolle als US-Präsident gibt er in »Designated Survivor« gewissermaßen den Anti-Trump. Die dritte Staffel läuft demnächst auf Netflix.

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