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Kerber ringt Venus Williams nieder - Herren-Trio raus

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Nervenstark
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Angelique Kerber hat bei den US Open Venus Williams aus dem Turnier geworfen. Foto: Jason Szenes Foto: dpa
Kämpferisch
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Die US-Amerikanerin gibt sich nicht geschlagen. Foto: Jason Szenes Foto: dpa
Kraftvoll
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Im dritten Satz spielt Angelique Kerber ihre Stärken voll aus. Foto: Jason Szenes Foto: dpa
Aus
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Am Ende musste sich Venus Williams der blonden Deutschen geschlagen geben. Foto: Jason Szenes Foto: dpa
Ankündigung
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Andy Roddick kündigte auf einer Pressekonferenz in New York seinen Rücktritt an. Foto: Jason Szenes Foto: dpa
Souverän
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Roger Federer hatte in seinem Match gegen Björn Phau keine Probleme. Foto: Jason Szenes Foto: dpa
Chancenlos
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Björn Phau hatte gegen Roger Federer keine Chance. Foto: Jason Szenes Foto: dpa

New York (dpa) - Das war nichts für schwache Nerven. Nur zwei Punkte trennten Angelique Kerber von einem Zweitrunden-Aus bei den US Open. Doch die Halbfinalistin des Vorjahres blieb gegen Venus Williams ganz cool - und trotzte auch dem nicht immer ganz fairen Publikum.


Nach der emotionalen Achterbahnfahrt gegen Venus Williams musste sich Angelique Kerber erst einmal zehn Minuten im Eisbad abkühlen. »Ich weiß eh nicht, wann ich heute schlafen kann«, sagte die 24-Jährige, als sie mit schlurfenden Schritten das Podium zur nächtlichen Fragestunde betrat. Fast drei Stunden lang hatten sich Deutschlands beste Tennisspielerin und die siebenmalige Grand-Slam-Siegerin in der zweiten Runde der US Open duelliert.

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Der Vollmond leuchtete hell über der größten Tennisarena der Welt, als Kerber 19 Minuten nach Mitternacht Ortszeit ihren Zeigefinger in den New Yorker Nachthimmel streckte. In 2:45 Stunden setzte sich die Sensations-Halbfinalistin des Vorjahres mit 6:2, 5:7, 7:5 gegen die zweimalige US-Open-Siegerin durch. In der nächsten Runde wartet Olga Goworzowa aus Weißrussland.

»Bei einem Grand Slam gegen Venus Williams und dann auch noch in New York, das ist schon was Besonderes. Ich kann sagen, dass ich stolz darauf bin, dass ich das noch gedreht habe«, sagte Kerber. Mit 2:4 lag sie im dritten Satz bereits zurück, beim Stand von 4:5 trennten sie nur zwei Punkte ihrer Gegnerin von einer Niederlage - doch wieder wusste die Weltranglisten-Sechste in diesem packenden, turbulenten und teilweise auch hochklassigen Match eine Antwort.

»Klasse Fight von Angie gegen Venus!!!Und sie ist belohnt worden...ruhig und positiv geblieben..weiter geht's...da geht einiges«, lautete der spontane Twitter-Kommentar von Bundestrainerin Barbara Rittner, die in der Spielerbox mitgefiebert und die neue Frontfrau des deutschen Damen-Tennis immer wieder aufgemuntert hatte.

Für die deutschen Herren endete dieser denkwürdige Tag, an dem auch noch der ehemalige Weltranglisten-Erste Andy Roddick seinen Rücktritt nach den US Open bekanntgab, dagegen mit drei Enttäuschungen. Erwartungsgemäß unterlag Björn Phau dem Weltranglisten-Ersten Roger Federer mit 2:6, 3:6, 2:6. Philipp Petzschner schied nach einem 3:6, 7:5, 7:5, 4:6, 4:6 gegen den Spanier Nicolas Almagro aus. Daniel Brands musste sich Marin Cilic aus Kroatien mit 3:6, 2:6, 7:5, 6:4, 5:7 geschlagen geben.

Die nächtliche Erfolgs-Pointe lieferte dann Kerber. Nachdem sie den ersten Satz in 31 Minuten für sich entschieden, Venus Williams nur unfassbare 36 Prozent ihrer ersten Aufschläge ins Feld gebracht und fünf Doppelfehler produziert hatte, sah es zunächst nach einem weiteren souveränen Kerber-Coup aus. Die Zuschauer im nicht ganz vollen Arthur Ashe Stadium bereiteten ihr zwar Pein, mehrmals beschwerte sich die blonde Norddeutsche beim Schiedsrichter. Doch lange Zeit ließ sie sich nicht aus der Ruhe bringen.

Erst im dritten Durchgang schien ihr die Konzentration verloren zu gehen. Mehrmals schaute die Fed-Cup-Spielerin ratlos zu ihrem Trainer, bei den Seitenwechseln vergrub sie den Kopf unter ihrem Handtuch. »Da hatte ich all die Matches im Kopf, die ich schon gedreht habe. Ich habe bis zum Schluss daran geglaubt«, sagte Kerber.

Tatsächlich hat sie sich nach ihrem wundersamen Höhenflug in diesem Jahr mittlerweile so ein Selbstbewusstsein und so eine Ich-kann-es-schaffen-Mentalität zugelegt, dass ihr bei diesem Turnier einiges zuzutrauen ist. Erst recht nach diesem Match.

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