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Kein Tempo 30 in Ufering

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Gegen die Ausweisung einer Tempo-30-Zone in Ufering sprach sich der Bauausschuss in seiner jüngsten Sitzung aus. (Foto: Konnert)

Teisendorf – In Ufering wird es keine Geschwindigkeitsbeschränkung auf 30 km/h geben. Der Bau- und Umweltausschuss der Marktgemeinde Teisendorf hat sich einstimmig dagegen ausgesprochen und einen dazu 2012 gefassten Beschluss ersatzlos aufgehoben. Es soll aber versucht werden, die Autofahrer zur freiwilligen Geschwindigkeitsreduzierung zu bringen.


Ufering ist eine geschlossene Ortschaft, wo nur der Filzweg als Tempo-30-Zone ausgewiesen ist. Sonst gilt die laut Straßenverkehrsordnung zulässige innerörtliche Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h. Der Beschluss von 2012, die ganze Ortschaft zur Tempo-30-Zone auszuweisen, wurde wegen diverser Einwendungen von Uferingern gegen die Vorfahrtsregelung »rechts vor links« nicht umgesetzt.

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Wie Veronika Gruber von der Straßenverkehrsbehörde erläuterte, würde mit der Anordnung einer Tempo-30 Zone für ganz Ufering rechts vor links – auch auf der bisherigen Vorfahrtsstraße – gelten. Für ortsunkundige Verkehrsteilnehmer könnte dies verwirrend sein, die Unfallgefahr würde sich möglicherweise erhöhen.

Gerhard Winterstetter, Verkehrsreferent bei der Polizei Freilassing, erläuterte, dass eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf 30 km/h nur begründet ist, wenn aufgrund der besonderen Verhältnisse eine erhöhte Unfallgefahr bestehe. Dies sei aber laut Unfallstatistik in Ufering nicht der Fall. Seit 2000 habe es in Ufering nur drei Unfälle gegeben, die auch durch eine Geschwindigkeitsbegrenzung nicht verhindert hätten werden können. Zudem sei in Ufering kaum Durchfahrtsverkehr und relativ wenig Lkw-Verkehr zu beobachten.

Dies sahen aber nicht alle Ausschussmitglieder so und befürchteten, dass der Lkw-Verkehr zum Gewerbegebiet am Bahnhof zunehmen könnte. Daher wurde diskutiert, ob nicht über eine Verkehrstafel ein Verbot der Ortsdurchfahrt für Lastwagen erreicht werden könnte. »Einige Lkw pro Tag rechtfertigen nicht einen Eingriff in die Bundesstraße«, waren sich Bürgermeister Thomas Gasser und Hauptkommissar Winterstetter einig.

Laut Veronika Gruber wurde im Dezember 2012 in Ufering zwei Wochen lang das Tempo der durchfahrenden Fahrzeuge gemessen, die auch keine wesentlichen Anhaltspunkte für ein Lkw-Verbot lieferte. Allerdings war auch dort das registrierte Lkw-Aufkommen relativ niedrig, wobei als Lkw auch Schulbusse und landwirtschaftliche Maschinen erfasst wurden. Auch das Landratsamt sieht keine Begründung für ein Lkw-Verbot in Ufering.

Gasser erläuterte, eine Umfrage unter den Bewohnern habe im Frühjahr kein eindeutiges Bild für die Einführung einer Tempo-30-Zone ergeben. 91 Personen waren dagegen, 89 dafür. Sechs weitere Personen seien für Tempo 30, aber gegen rechts vor links.

Letztlich war sich der Ausschuss nach längerer Diskussion einig, dass in Ufering kaum Durchgangsverkehr und die Unfallgefahr gering sei. Auch eine Geschwindigkeitsbegrenzung würde keine Verbesserung bringen. Gehwege oder Straßen zu verschmälern wäre nicht zielführend. Tempo 30 in der ganzen Ortschaft könnte aufgrund der damit verbundenen Vorschrift rechts vor links Lösung sogar kontraproduktiv sein.

Daher beschloss der Bauausschuss, die bisherige Regelung beizubehalten und am westlichen und östlichen Ortseingang ein Geschwindigkeitsmessgerät aufzustellen. Dafür sollen im Haushalt 2018 zusätzlich 4000 Euro eingestellt werden. kon


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