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Katholisch, konservativ und schwul - der CDU-Politiker Kaufmann

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Stefan Kaufmann
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CDU-Politiker Stefan Kaufmann über seine Partei: «Ich fühle mich akzeptiert, wohl wissend, dass es kritische Stimmen gibt.» Foto: Bernd Weißbrod/Archiv Foto: dpa

Stuttgart (dpa) - Bei Debatten im Bundestag muss sich der Stuttgarter CDU-Abgeordnete Stefan Kaufmann manchmal anhören, dass seine Fraktionskollegen den Grünen Volker Beck als »Schwuchtel« beschimpfen.


Beck ist homosexuell. Genau wie Kaufmann. Trotzdem sagt der CDU-Politiker über seine Partei: »Ich fühle mich akzeptiert, wohl wissend, dass es kritische Stimmen gibt.« Kaufmann, der seit 2009 für die CDU im Bundestag sitzt und seit 2011 Kreisvorsitzender in Stuttgart ist, setzt sich in seiner Partei seit Jahren für die Gleichstellung von Homosexuellen ein. Er selbst outete sich mit 29 Jahren.

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Knapp zwei Jahre später traf er in Stuttgart den Verwaltungsangestellten Rolf Pfander. Die beiden gingen im vergangenen Jahr eine eingetragene Lebenspartnerschaft ein. Im Mai feierten sie mit 350 Gästen und einem alt-katholischen Pfarrer einen Segnungsgottesdienst in Stuttgart. »Die Segnung war uns so wichtig, weil wir beide katholisch erzogen sind und auch unseren Glauben leben«, sagt Kaufmann. »Das hat für uns dazugehört, unsere Liebe nicht nur vor dem Standesamt, sondern auch in der Kirche dokumentieren zu lassen.« Die katholische Kirche hatte zuvor einen Dankgottesdienst für das Paar abgelehnt.

Internetseite Stefan Kaufmann