weather-image
20°

Kanal, Wasser und Strom für die Almen im Jennerbereich

3.2
3.2
Königssee: Kanal, Wasser und Strom für die Almen im Jennerbereich
Bildtext einblenden
Zwischen Wasserfallalm und Strubalm werden seit Juni zahlreiche Leitungen verlegt. (Fotos: Ulli Kastner)

Schönau am Königssee – Am Jenner wird im Bereich von Wasserfallalm und Strubalm seit Juni gegraben. Die dort stehenden Kaser sollen von der Mittelstation aus mit Kanal, Trinkwasser, Strom und Internet erschlossen werden. Es ist der Auftakt für ein mehrjähriges Almerschließungsprojekt auf der Jennersüdseite, überwiegend im Nationalpark Berchtesgaden. Es betrifft die Kaser auf der Königsbach-, Königsberg- und Büchsenalm sowie das Schneibsteinhaus und das Stahlhaus.


Am 16. August geht es weiter

Der Königsweg ist während der Baumaßnahme eigentlich gesperrt, allerdings ruhen die Arbeiten aktuell wegen Urlaubs. Deshalb ist der Weg bis einschließlich 16. August freigegeben, am Tag darauf geht es auf der Baustelle weiter und die Sperrung tritt wieder in Kraft.

Anzeige

Begonnen hat man vor einigen Wochen beim Doppelkaser der Strub­alm und sich dann bis zur Wasserfallalm vorgearbeitet, wo ein Doppelkaser und ein Einzelkaser angeschlossen werden. Wenn im Oktober die Mittelstation erreicht wird, sollten rund einen Kilometer Leitungen verlegt sein.

Die Erschließung soll nicht nur den Landwirten die Almarbeit erleichtern, sondern auch den Erfordernissen des Tourismus Rechnung tragen. Das ist natürlich auch mit Kosten verbunden. Georg Fegg, der die Arbeiten für die Gemeinde Schön­au am Königssee koordiniert, bezifferte die Ausgaben auf rund 900.000 Euro für diesen Abschnitt. Allerdings rechnet man mit 75 Prozent an Zuschüssen.

Diese Zuschüsse wird es auch für die noch folgenden Bauabschnitte des Almerschließungsprojekts geben. Denn die Leitungen sollen von der Strubalm aus in den nächsten Jahren bis hinüber nach Königsbach und sogar insgesamt drei Kilometer weit bis zur Büchsen­alm verlegt werden. Am höchsten Punkt des Königswegs ist der Bau eines Trinkwasserhochbehälters erforderlich, wie eine Machbarkeitsstudie des Planungsbüros Dippold & Gerold ergeben hatte. Das Abwasser wird dann mithilfe einer unterhalb der Königsbachalm zu errichtenden Pumpstation den umgekehrten Weg in Richtung Mittelstation nehmen.

Die Kosten für diesen Projektabschnitt belaufen sich laut Berechnungen des Planungsbüros auf rund 2,05 Millionen Euro. Nach Abzug der Zuschüsse verbleiben Restkosten von rund 578.000 Euro, an denen sich laut Gemeinderatsbeschluss – wie auch bei den anderen Maßnahmen – auch die betroffenen Almbauern beteiligen werden. Auch hier ist an eine Stromversorgung gedacht, die entsprechenden Leerrohre sollen mitverlegt werden.

Bildtext einblenden
Während der Bauarbeiten ist der Königsweg gesperrt. Allerdings pausieren die Baufirmen wegen Urlaubs noch bis 16. August.

Im Rahmen eines weiteren Bauabschnitts werden Stahlhaus- und Schneib­steinhaus mit einem Trinkwasseranschluss ausgestattet. Das Abwasser wird bereits seit mehreren Jahren über das Joch hinunter zum Mitterkaser und in das gemeindliche Kanalnetz entsorgt. Der Wasseranschluss soll über den Trinkwasserspeicher in der Jennerbahn-Bergstation ermöglicht werden, den man als eine Art Hochbehälter nutzen würde. Auch die Polizeihütte in Nachbarschaft des Schneibsteinhauses könnte man anschließen.

Pumpstation bei der Königsbergalm

Die Trasse soll dann im Weg weiter bis zur unterhalb liegenden Königsbergalm führen. In den Graben will man auch einen Abwasserkanal einbringen. Das Abwasser soll unterhalb der Königsbergalm gesammelt und dann mit einer noch zu errichtenden Pumpstation hinauf zum Schneibsteinhaus in das bestehende Abwassernetz gepumpt werden. Ein Stromanschluss der Königsbergalm ist über die beim Schneibsteinhaus stehende Trafostation möglich. Entsprechende Leerrohre sollen mitverlegt werden.

Insgesamt müssen in diesem Abschnitt rund 1,8 Kilometer Schmutzwasserkanal und 3,1 Kilometer Trinkwasserleitung verlegt werden. Die Kosten belaufen sich nach Schätzungen des Planungsbüros auf rund 1,68 Millionen Euro, wobei nach Abzug der Förderung noch ein Restanteil von 494.000 Euro zu begleichen sein wird. Ulli Kastner