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Kammermusik von der Klassik bis zur Moderne

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Das Klavier-Trio »Amadé« bereitete den vielen Besuchern ein grandioses Abendkonzert: von links Daniela Beer (Geige), Aida Pieper (Klavier) und Irina Smirnova (Violoncello).

Kammermusik erlesener Qualität präsentierte das Klaviertrio »Amadé« beim Konzert im Rudolf-Alexander-Schröder-Haus in Bergen. Das Ensemble wurde im Jahr 2002 von Aida Pieper (Klavier) gegründet, es spielen neben ihr noch Daniela Beer (Violine) und Irina Smirnova (Violoncello).


Sandra Hatzel vom Kirchenvorstand der evangelischen Kirche stellte die Solistinnen vor und die Moderation hatte Heribert Pieper inne. Daniela Beer ist Mitglied der Salzburger Schlosskonzerte und seit 2004 Stimmführerin der Violinen am dortigen Mozartorchester. Irina Smirnova zählt zu den weltbesten Violoncellistinnen, gehört den Moskauer Philharmonikern an und ist festes Mitglied im Kammermusikensemble Salzburg.

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Pianistin Aida Pieper ist Klavier- und Querflöten-Pädagogin und bestand ihr Klavierexamen mit Auszeichnung. Alle Drei wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Moderator Heribert Pieper sagte, das Trio »Amadé« interpretiere die gesamte Palette der Musikepochen von den Anfängen der für diese Gattung geschriebenen Werke aus der Zeit der »Wiener Klassik« über die Romantik bis hin zur Moderne. Zur Aufführung kamen in Bergen Werke von Wolfgang Amadeus Mozart, Josef Haydn, Peter Kiesewetter, Astor Piazolla und dem noch lebenden Peter Ludwig. Hauptwerke für Klaviertrio entstanden im Wesentlichen zur Zeit der Wiener Klassik. Das Klaviertrio ging aus der Klaviersonate hervor, welche sich zur klanglichen Verstärkung von der Violine und im Bassbereich vom Violoncello begleiten ließ.

Nach und nach jedoch erhielten die Streicher immer mehr Gewicht und in den späten achtziger Jahren des 18. Jahrhunderts entstanden die fünf Trios von Mozart. Einige davon waren an diesem Abend zu hören. In dem Ende 1786 entstandenen B-Dur-Trio KV 502 wird zusätzlich in den Ecksätzen das spielerisch konzertante Element hervorgehoben. Das von den Akteuren eröffnete und gespielte Allegro wird sowohl im Hauptteil als auch im Seitensatz vom prägnanten, chromatisch gefärbten Thema getragen. Das Herzstück des dargebotenen Werkes ist das von unendlich langem Atem getragene Larghetto.

Gespielt wurden auch Stücke von Josef Haydn. Das Trio in E-Dur (Werkverzeichnis XV:28) begann mit einem langsamen Allegrosatz, der dieses Spätwerk von Haydn besonders auszeichnet. Der folgende Teil »Allegretto« ist ein sogenanntes »Nachtstück« mit einzigartiger Wirkung und endet mit einem kurz dargebotenen, düster wirkenden Mittelteil in einem rauschenden Schluss. Besonders eindrucksvoll haben die drei Musikerinnen Tangostücke von drei verschiedenen Komponisten serviert. Zu hören war der Tango Pathetique von Peter Kiesewetter, der Oblivion von Astor Piazolla und der Tango in E von Peter Ludwig. Der Moderator sagte, wenn man von einem Tango spreche, dann denke der Mensch an Leidenschaft, Erotik, Poesie und Liebe und all dies symbolisierten die Musikerinnen mit einfühlsamen, lebenssprühenden und rhythmischen Klängen. Die Damen erhielten lang anhaltenden Applaus und es gab noch einige Zugaben. Pfarrer Rudolf Scheller würdigte die Organisatoren des Abends. Otto Humm