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Junge Künstler spielen wunderbare Musik

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Sehr gut aufeinander eingespielt ist das Schwestern-Duo Gesine (Violine) und Antonia (Kontrabass) Hadulla. (Foto: Janoschka)

Beim Preisträgerkonzert des Regionalwettbewerbs »Jugend musiziert«, das der Kulturverein Teisendorf in der Aula der Grund- und Mittelschule veranstaltet hat, haben die jungen Künstler ein erfreulich hohes musikalisches Niveau gezeigt.


Anne-Ruth Engelhardt, Lehrkraft für Klavier und Akkordeon an der Musikschule Teisendorf, führte informativ durch das Programm und stellte die jungen Musiker vor. Alle hatten beim Regionalwettbewerb einen ersten Preis erreicht, teilweise sogar mit Weiterleitung zum Landeswettbewerb in Bad Kissingen (wir berichteten).

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Dort erhielten Gesine Hadulla (Violine) und ihre Schwester Antonia (Kontrabass) für ihre Darbietungen einen ersten Preis mit voller Punktzahl mit Weiterleitung zum Bundeswettbewerb. Das verwundert niemanden, der die Musikerinnen beim Preisträgerkonzert in Teisendorf erlebte. Ihr anspruchsvolles Programm umfasste drei Sätze aus der Suite op. 39 mit den Satzbezeichnungen Prélude, Intermezzo und Scherzo von Reinhold Glière (1875 bis 1956), »Duettino encore« von Teppo Hauta-aho und die Passacaglia über ein Thema von Georg Friedrich Händel g-Moll von Johan Halvorsen (1864 bis 1935).

Gesine und Antonia sind Jungstudentinnen am Mozarteum und wissen ihre Musik zu gestalten: Gesine zeigte auf der Geige virtuose Techniken, die sie mit viel Musikalität belebte. Auch die Kontrabassistin erzielte mit den Klängen, die sie erzeugte, eine hohe musikalische Perfektion. Das Besondere an diesem Duo war ihre Ausstrahlung beim gemeinsamen Musizieren.

Alle Harfenistinnen des Konzertprogramms sind Schülerinnen von Silke Aichhorn und erhielten im Landeswettbewerb ebenfalls Preise: Johanna Schäfer ist zehn Jahre alt und erhielt einen ersten Preis mit 24 Punkten, hat aber, weil die Weiterleitung zum Bundeswettbewerb für die Altersgruppe II entfällt, dort noch nicht teilgenommen. Die Chaconne C-Dur von Jeremiah Clarke (1674 bis 1707) und den »Song of a Waterkelpie« e-Moll von Uschi Laar, die sie mit schönem Harfenklang spielte, lassen jedoch in den kommenden Jahren viel erwarten – besonders auch dadurch, dass sie die Unterschiede im Stil und in der musikalischen Gestaltung der beiden Stücke gut herausarbeitete.

Maria Hundmayer (2. Preis im Landeswettbewerb) zeigte verschiedene Musikrichtungen auf ihrer Harfe: »Le Désir – Fantasie sur une mélodie de Schubert« in C-Dur op. 201 von Félix Godefroid (1818 bis 1897) im klassisch-romantischen Stil und das jazzige »Swinging Harp« von Gertraud Gorter. Die Harfenistin Magdalena Lautenbacher (2. Preis im Landeswettbewerb), die gerade mitten in den Abiturvorbereitungen steckt, lieferte mit Ch. Oberthürs (1819 bis 1895) »Fantasie über Hänsel und Gretel von Engelbert Humperdinck« eine reife Leistung ab und ließ diese Märchenoper vor dem geistigen Auge der Zuhörer erstehen.

Dazwischen war Bernadette Lamminger (Unterricht bei Sabine Huber aus Waging) mit ihrer Zither zu hören. Sie spielt auch in einem 15-köpfigen Zither-Jugendorchester, dessen Mitglieder sich sechsmal in Grassau zum Üben treffen. Ihr Programm klang ebenfalls sehr überzeugend. Mit »Rittergruaß« von Manuel Kuthan/Andreas Waldschütz, »Yellowgreen« von Jörg Lanzinger und »Blumen aus Salzburg« von Georg Freundorfer zeigte sie, dass sie mit ihren 14 Jahren auf der Zither bereits sehr fortgeschritten ist und ihr Instrument bestens beherrscht.

Eingerahmt wurden diese Darbietungen von zwei nicht minder außergewöhnlichen Künstlerpersönlichkeiten: Die erst achtjährige Maria Borokova wird von Kristian Aleksic unterrichtet und erstaunte mit ihrem Können. Der Klavierhocker diente ihr gerade mal als Rückenstütze und nur mit gestrecktem Bein erreichte sie fast stehend das Pedal.

Das berühmte C-Dur-Präludium von Johann Sebastian Bach, die Tarantelle op. 65 von Sergej Prokofjew (1891 bis 1953) und den Valse a-Moll KKIV Nr. 11 von Frédéric Chopin (1810 bis 1849) präsentierte sie mit erstaunlicher Reife und zeigte, wie gut sie sich in die verschiedenen Stilrichtungen des Barock und der Romantik einfühlen kann. Aufgrund ihres jungen Alters war sie jedoch noch nicht zum Landeswettbewerb weitergeleitet worden.

Zum krönenden Abschluss spielte Matthias Rehrl aus Surheim die Sonate cis-Moll, op. 27 Nr. 2 »quasi una fantasia« mit den Sätzen Adagio sostenuto, Allegretto und Presto agitato von Ludwig van Beethoven (1770 bis 1827), mit der er bereits in Surheim bei seinem hervorragenden Solo-Klavierabend Beifallsstürme hervorgerufen hatte.

Er hat mit seinem Studium am Mozarteum bei Professor Christoph Lieske bereits die Profilaufbahn eingeschlagen. Aus diesem Grund kann er an dem Wettbewerb »Jugend musiziert« nicht mehr teilnehmen. Jeder Ton saß, jede Phrasierung war gut herausgearbeitet und die Stimmung adäquat eingefangen, die Tempi waren passend gewählt – was Matthias Rehrl erklingen ließ, war die pure Perfektion eines Tastenkünstlers, der mit seiner stupenden Technik die Zuhörer zum Staunen brachte und sie gleichzeitig mit seiner Musik berührte. Es gab viel Applaus für diese engagierten jungen Künstler und ihre wunderbare Musik. Brigitte Janoschka