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Junge Ausnahmetalente begeistern

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Die Buben in der ersten Reihe, darunter der begabte Trompeter Nikola Curovic, verfolgten gebannt die unglaubliche Performance von Fabian Egger an der Querflöte. (Foto: Mergenthal)

Ein erstaunliches Können und beachtliche musikalische Reife zeigten neun junge Interpreten im Alter zwischen 8 und 17 Jahren beim Preisträgerkonzert des Wettbewerbs »Jugend musiziert« auf Einladung des Kulturvereins und der Musikschule Teisendorf. Das Publikum war sehr beeindruckt und applaudierte begeistert.


Musiklehrerin Anne-Ruth Engelhardt führte durch das Programm und stellte die Buben, Mädchen und Jugendlichen und ihre musikalischen und sonstigen Interessen kurz vor. Der erst achtjährige Bayerisch-Gmainer Trompeter Nikola Curovic hat bereits seit fünf Jahren beim Vater Unterricht und ist auch begeisterter Ringer, Basketballer und Tänzer. Mit tänzerischer Leichtigkeit kam auch die von ihm vorgetragene Sonata Seconda in F-Dur des italienischen Barock-Komponisten Giovanni Buonaventura Viviani rüber. In erfrischendem Kontrast dazu standen die jazzigen Klänge von »Tequila Sunrise«, 1947 komponiert von Pamela Wegwood. Einfühlsam und virtuos begleitet wurde er von Maria Borovkova (10) aus Bad Reichenhall, die das Klavier an der Musikschule Bad Reichenhall und die Violine bei ihrer Mutter lernt. Wie Nikola hat sie bereits bei vielen Wettbewerben und Konzerten gespielt, auch mit Orchester.

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Eine Runde temperamentvolle Klaviermusik gab es mit Maria Borovkova, die souverän die »Burletta« von Max Reger vortrug, und der Reichenhaller Musikschülerin Zina Rafalsky (11), die das Musische Gymnasium in Salzburg besucht. Sie ließ ausdrucksstark »Sarkasm Nr. 3« von Sergej Prokofjew fetzen. Ebenfalls aus dem 20. Jahrhundert waren die »Pieces for 2 Violins and Piano«, eine locker-flockige Gavotte, ein Walzer voller russischer Schwermut und eine Polka wie eine rasante Schlittenfahrt, von Dmitri Schostakowitsch. Diesmal strich Maria Borovkova die Violine, unterstützt durch ihre 14-jährige Schwester Anna an der ersten Geige und Zina am Klavier. Die drei Mädels verbindet neben der Musik ihre Begeisterung fürs Ballett. Darüber hinaus hatten sie auch weitere Stücke im Repertoire, darunter aus »3 Petites Symphonies Concertantes« des französischen Violinisten Charles Dancla (1817 bis 1917) ein »Maestoso« und »Allegretto moderato«.

Einen ganz anderen Musikstil setzten die beiden 17-jährigen Gymnasiasten von der Musikschule Trostberg, Lilian Klapfenberger (Popgesang) und Manuel Lauerer (Klavier) in Szene. Anne-Ruth Engelhart zeigte sich erstaunt, dass das perfekt harmonierende Duo noch gar nicht lange zusammen arbeitet, sondern sich erst für den Wettbewerb gefunden hat. Obwohl sie stimmlich leicht angeschlagen war, begeisterte Lilian bereits bei Adele Adkins »When We Were Young« mit ihrem warmen Timbre, Groove, lebendiger Gestik und Mimik und sehr persönlichem Ausdruck, zwischen innig-verhalten und kraftvoll aufblühend.

Manuel beeindruckte sowohl hier und als auch beim mitreißend und mit großer dynamischer Bandbreite gesungenen »I’m Outta Love« von Sam Watters mit seiner lockeren, einfühlsamen Begleitung. Dazwischen begleitete sich die Sängerin in ihrer Eigenkomposition »The Next Step« selber am Klavier. Mit Konzentration, Hingabe und Transparenz durch alle Stimmlinien überzeugte der Pianist, der auch Klarinette und Saxophon spielt, danach in einer Chopin-Etüde – mit einem bemerkenswert weich angeschlagenen und mystisch gestalteten Zwischenteil.

Abschließender Höhepunkt war der Auftritt der Mozarteum-Gymnasiasten Fabian Egger (12) an der Querflöte aus Altenmarkt und Johann Zhao (15) am Klavier aus Salzburg. Die beiden Sprösslinge von Musikerfamilien absolvierten in den Osterferien mit Begeisterung einen Kammermusikkurs und haben trotz ihrer Jugend schon viel Konzerterfahrung. Fabian, der am Vorabend in Salzburg mit Orchester die h-Moll-Suite von Bach gespielt hatte, meisterte in der romantischen Sonate »Undine« von Carl Reinecke wie ein Kobold mit spielerischer Leichtigkeit und erstaunlicher Körperspannung die schwierigsten Passagen. Ein gutes Gespür für flotte, pfiffig verjazzte Latino-Rhythmen zeigten Fabian, auch ein begeisterter Hiphop-Tänzer, und Johann in der Sonata Latina in C-Dur des britischen Jazzmusikers Mike Mower. Zum Abschluss beglückwünschten Robert Strauß und Leo Kellner sowie Anne-Ruth Engelhardt nochmal alle Mitwirkenden mit einem Geschenk. Veronika Mergenthal