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Jugendliche ignorieren Alkoholverbot im Kurgarten

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Berchtesgaden: Jugendliche ignorieren Alkoholverbot im Kurgarten – Noch keine Corona-Partys
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Foto: Angelika Warmuth/dpa

Berchtesgaden – Ob Grillen im Englischen Garten oder Feiern auf der Jahn-insel: Derzeit sind Polizeibeamte damit beschäftigt, Corona-Partys in öffentlichen Bereichen der Stadt aufzulösen. Im Talkessel hingegen sieht es harmloser aus: Bisher musste die Polizei Berchtesgaden deshalb nicht eingreifen. Das teilt der Chef der Polizeiinspektion, Willi Handke, mit. Dennoch bleibt der Kurgarten unter Jugendlichen trotz des Alkoholverbots ein beliebter Platz für einen Umtrunk.


Derzeit müssen Erwachsene und Jugendliche auf das Nachtleben in Diskotheken verzichten. Laut den derzeitigen Bestimmungen dürfen sich nur zehn Personen in der Öffentlichkeit versammeln. Bisher habe es in Berchtesgaden, so der Polizeichef, keine Verstöße gegen dieses Gesetz gegeben.

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»Wir mussten keine Party in der Öffentlichkeit auflösen. Im Gegensatz zu anderen Gegenden wie Bad Reichenhall sind wir bisher von derartigen Ansammlungen verschont geblieben«, sagt Handke. Was nicht heißen soll, dass es in der Nacht keine Konflikte gibt. In den vergangenen Jahren haben Jugendliche im Kurgarten hin und wieder für Randale gesorgt. »Das ist auch heuer wieder der Fall«, so Handke. In diesem Zusammenhang weist der Polizeichef darauf hin, dass Alkohol im Kurgarten verboten ist.

Darüber hinaus hinterlassen die Jugendlichen viel Müll. »Oft liegen zerbrochene Bierflaschen oder Zigarettenstummel auf dem Boden.« Ein weiteres Problem ist auch die Störung der Nachtruhe, die ab 22 Uhr gilt. »Es gibt Anwohner, die sich hin und wieder wegen des Lärms bei uns beschweren«, sagt Handke.

Berchtesgaden: Jugendliche ignorieren Alkoholverbot im Kurgarten – Noch keine Corona-Partys
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Jugendliche lassen Zigarettenstummel und Bierdeckel im Kurgarten liegen. (Foto: Patrick Vietze)

Gerade im Markt Berchtesgaden mussten die Polizeibeamten öfters ausrücken. Den Konflikt konnten sie aber nach einem Gespräch vor Ort lösen. »Ich will auch hier betonen, wir haben jedes Jahr Beschwerden dieser Art. Das ist nicht neu«, sagt der Polizeichef.

Zuletzt musste die Polizei bei Grillabenden auf öffentlichen Plätzen einschreiten. So haben zwei Personen auf dem Feld neben dem Hammerstielparkplatz gegrillt. Auch wegen eines Lagerfeuers am Wasserfall im Nationalpark mussten die Polizeibeamten ausrücken. Auf diesen Flächen ist es verboten, ein Feuer zu machen oder zu grillen. Der Polizeichef spricht aber von Einzelfällen. Handkes Fazit lautet: »Die Verstöße in Coronazeiten haben im Vergleich zu den Vorjahren nicht zugenommen. Die Probleme des Nachtlebens bleiben hier trotzdem.«

Patrick Vietze