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»Juchhu, glei schmeißt’s uns wieder«

Ihr neuestes Programm »Juchhu, glei schmeißt's uns wieder« präsentierte das bayerische Komödianten-Ehepaar Hanns Meilhamer und Claudia Schlenger alias Herbert & Schnipsi im Traunreuter k1 vor einem »robusten Publikum«. Denn für ein neues Programm brauche man Zuhörer, die was aushalten können, wie die beiden gleich zu Beginn betonten.

Spaß für ein »robustes Publikum« Herbert & Schnipsi im Traunreuter k1. (Foto: mix)

In seinem neuen Programm zeigt das Paar vielfältige Möglichkeiten auf, wo es einen »schmeißen«, in welche Fettnäpfchen man treten kann. Immer wieder zeigen die beiden die Tücken einer Ehe oder langjährigen Beziehung auf. So mancher Zuhörer mag sich in dem einen oder anderen Sketch selber finden und ihm bekannte Szenen sehen. Schließlich sei eine Ehe, wie Herbert betont, »keine Wellnessoase, sondern ein Kraftakt, eine Sisyphusarbeit« und gleiche an manchen Tagen dem Gang über ein Minenfeld.

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Herrlich ist die Szene, als die beiden eigentlich einem befreundeten Paar beistehen wollen, das sich nach nur zwei Wochen Ehe und einem heftigen Streit zur Trennung entschließt. Während Herbert am Telefon seinen Freund beschwichtigt, tritt er in so ziemlich jedes Fettnäpfchen, das man sich denken kann, und schwört mit seinen unbedachten Bemerkungen eine eigene Ehekrise herauf. Als Trost an alle Paare im Publikum, die auch einmal einen heftigen Ehekrach haben, gibt Herbert mit: »Sie können sich dann ja immer noch sagen: Aber so schlimm wie bei Herbert und Schnipsi ist es bei uns noch lange nicht.« Ein dauerhafter Streitpunkt bei den beiden ist beispielsweise die eheliche Aufgabenteilung beim Sorgenmachen. Während sie nächtelang wach liegt, weil sie sich um so elementar wichtige Dinge wie die Befüllung des Gastanks Gedanken macht, schläft er doch glatt seelenruhig neben ihr und macht sie mit seinem gleichmäßigen Atmen ganz nervös. »Ham sie aa so oan dahoam?«, will Schnipsi von den weiblichen Gästen im Saal wissen. Herbert kann das alles gar nicht so schrecklich finden, schließlich reiche es doch völlig aus, wenn sich einer von ihnen beiden sorge.

Als Paar haben die beiden auch so ihre Probleme mit den vielen Versicherungen, die sie jahrelang bezahlt, aber nie in Anspruch genommen haben. Um endlich einmal die Rechtsschutzversicherung nutzen zu können, brechen die beiden sogar einen Streit mit der Nachbarin vom Zaun, mit der sie doch vorher so gut befreundet waren. Jedoch nur, um am Ende von ihrem Versicherungsvertreter, laut Schnipsi ein »Versicherungsverbrecher«, zu erfahren, dass in ihrem Rechtsschutzvertrag gar keine Nachbarschaftsstreitigkeiten enthalten sind. Aber nachdem Schnipsi in ihrer Wut über diese Nachricht einen Unfall gebaut hat, sehen sie jetzt eine neue Chance: Endlich können sie die Unfallversicherung so richtig abschöpfen.

Ganz normale alltägliche Dinge bringen die beiden Komödianten auf die Bühne und damit ihre Zuhörer zum Lachen. Hanns Meilhamer kann sich beispielsweise tierisch aufregen über defekte Bewegungsmelder in fensterlosen Toiletten. Äußerst anschaulich beschreibt er die Situation, wie er im Dunkeln sitzt, die Wände und den Boden der Toilette vergeblich nach der Klopapierrolle absucht und dabei so ziemlich alles, was da so klebt und herumliegt, in die Finger kriegt, nur eben kein Klopapier. Dabei meint er noch, er habe diese und andere Geschichten aus dem Programm alle selber erlebt, weil »so wos konn ma se ja gor ned ausdenka«.

Eine wohl einzigartige Ausrede bringt der Komödiant in einem weiteren Sketch. Sein Zuspätkommen im Büro erklärt er vor seiner Chefin damit, dass er absolut realistisch geträumt habe, er sitze schon längst an seinem Schreibtisch, weshalb er auch keine Veranlassung gesehen habe, aus dem Bett aufzustehen.

Das Publikum im k1 hatte seine helle Freude an den beiden, an den Sketchen und den Liedern, die teils mit ungewöhnlichen Instrumenten begleitet wurden und die musikalische Vielfalt von Hanns Meilhamer unter Beweis stellten. Darunter waren so sinnleere aber witzige Nummern wie »Die Nasenbärlieder« oder die »Misthaufenhymne«, bei der das Publikum aufgefordert wurde, sich als Kühe auf der Weide zu fühlen und den Gesang mit lautem Muhen zu untermalen.

»Das ist wie im richtigen Leben«, meinte eine Besucherin lachend über die kleinen Geschichten aus der Beziehung von Herbert und Schnipsi. Deutlich wurde bei aller Stichelei und Streiterei auf der Bühne aber auch, dass das Paar sich auch nach 40 gemeinsamen Jahren noch gern hat und nach dem Motto lebt: »I bleib bei dir und du bleibst bei mir.« Einen Dank sprachen die beiden Thomas Kazianka vom k1 aus: »Der kennt unser neues Programm gar nicht und hat uns trotzdem engagiert.« mix