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Jubiläum voller musikalischer Genüsse

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Pianist Peter Lang (vorne) wurde beim Jubiläumskonzert vom Publikum für sein Können begeistert gefeiert. (Foto: Mikosch)

Mit dem Jubiläumskonzert »Mozart und Tschaikowski« hat die Salzburger Kulturvereinigung zusammen mit dem Mozarteumorchester an ein Konzert vor 70 Jahren erinnert – 1952 veranstaltete die Kulturvereinigung erstmals ein Konzert mit dem fast identischen Programm. Zu hören waren damals wie jetzt Bedrich Smetanas tonmalerische Musik »Die Moldau« aus dem Zyklus »Mein Vaterland« und die Symphonie Nr. 5 e-Moll, op. 64 von Pjotr I. Tschaikowski. Als besonderer Genuss erklang diesmal zwischen dem böhmischen und russischen Komponisten noch das Konzert für Klavier und Orchester Nr. 20 d-Moll, KV 466 von Wolfgang Amadeus Mozart.


Am Flügel saß der langjährige Salzburger Ordinarius für das Konzertfach Klavier am Mozarteum, Peter Lang. Wie einst befand sich wieder das Mozarteumorchester auf dem Podium, diesmal unter der Leitung seines neuen Chefdirigenten Riccardo Minasi.

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Schon die ersten Klänge des böhmischen Komponisten Smetana ließen mit bewegten Flöten-, Klarinetten- und Harfenklängen das Plätschern der beiden Quellen der Moldau entstehen, deren Flussverlauf vom Orchester weiter in musikalischen Bildern bis zu ihrer Mündung beschrieben wurde. Trompeten, Hörner und Pauken stellten eine Jagdszene dar, Hörner und Posaunen ließen eine Burg erstehen und Paukenschläge und Blechbläser gefährliche Stromschnellen.

Ruhiger wurde der Fluss durch die Musik in seinem immer wiederkehrenden berühmten Hauptmotiv und entschwand am Ziel leise in der Ferne seiner Mündung. Riccardo Minasi führte seine Musiker äußerst bewegungsfreudig durch Smetanas Klangbilder, lebte mit, intensivierte gekonnt und wusste ebenso verhaltene Ruhe zu suggerieren.

Fast wie ein Kontrastprogramm erklang Mozarts Musik in seinem Klavierkonzert Nr. 20. Das lange Orchestertutti zu Beginn suggerierte eine dunklere Stimmung, bis sich die Themen herauskristallisierten und Peter Lang am Flügel in seiner klaren Spielweise einstimmte – schnörkellos und gerade, er spielte Mozart in Reinkultur.

Im zweiten Satz, der lieblich beginnenden Romanze zeigte der Pianist besonders im sehr komplexen und schwierigen Mittelteil seine beeindruckende Virtuosität. In den schnellen Passagen der Oktavketten wie in seinen perlenden Läufen oder dem wechselnden Überkreuzgreifen seiner Hände zeigte sich ein Meister der Klaviertechnik. Ein begeistertes Publikum feierte Peter Lang mit lauten Bravorufen und kaum enden wollendem Applaus.

Tschaikowskys »Schicksalssymphonie« mit einem düster gezeichneten Thema lässt dennoch immer wieder Lichtblicke in der Musik erkennen – besonders deutlich bei dem berühmten, technisch schwierigen Hornsolo im 2. Satz, das hier einfühlsam in seiner ganzen Ausdruckskraft gespielt wurde.

Mit sehnsuchtsvollen Walzerklängen – allerdings in Moll – scheint das drückende Schicksal fast vergessen, ehe es sich wieder mit seinem dunklen Thema einschleicht. Fragende Melodien durchziehen alle Instrumentengruppen in Höhen und Tiefen, zeichnen Hoffnung und Zweifel, Schmerz und Überschwang – ein berührendes Zeugnis von Tschaikowskys Lebenstragödie.

Voller Ausdruck dirigierte Riccardo Minasi diese gefühlsgetragene Musik der Romantik, vom Mozarteumorchester fesselnd umgesetzt, bis es im letzten Satz mit fanfarengleichen Klängen das Schicksal zu einer positiven Wende drängte und in jubelnde Höhen führte. Jubel gab es auch im Publikum und tosenden Applaus für ein Jubiläumskonzert voller musikalischer Genüsse. Helga Mikosch