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»Jetzt muss ein Titelgewinn folgen«

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Eishockey-Nationalspieler Benedikt Kohl spielt mit dem ERC Ingolstadt ab Freitag (19.30 Uhr Servus TV) gegen Adler Mannheim um den deutschen Meistertitel. (Foto: Wechslinger)

Ingolstadt – Der 27-jährige Berchtesgadener Nationalverteidiger Benedikt Kohl greift zum zweiten Mal binnen fünf Jahren nach dem Deutschen Meistertitel im Eishockey. Mit dem ERC Ingolstadt will der Rechtsverteidiger seinen Traum wahr machen. Am kommenden Freitag um 19.30 Uhr will das Team bei Adler Mannheim den ersten Schritt tun. Wer in der Serie »Best of Seven« als Erster vier Siege aufweist, ist deutscher Meister.


Herzliche Gratulation zur bereits feststehenden Vize-Meisterschaft. Deine Entscheidung, nach Ingolstadt zu wechseln, war offensichtlich richtig. Wie lange läuft dein Vertrag in der Audi-Stadt?

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Benedikt Kohl: Danke, aber jetzt soll natürlich ein Titelgewinn folgen. Wir stehen im Finale, die Verantwortlichen und auch wir als Mannschaft haben offensichtlich alles richtig gemacht. Ich hatte zunächst einen Zweijahresvertrag und habe beim ERC Ingolstadt erst jüngst um weitere drei Jahre bis 2019 verlängert.

Hast du je damit geliebäugelt, einmal in der nordamerikanischen Eliteliga, der NHL, zu spielen?

Kohl: Das funktioniert eigentlich nur über die Entdeckung bei einer Weltmeisterschaft, bei der man beobachtet wird. Aber grundsätzlich muss das eigentlich schon in jungen Jahren passieren. Für mich ist das eigentlich kein Thema.

Was sind die schönsten Erinnerungen in deiner Karriere?

Kohl: Zunächst einmal als ganz junger Spieler der Aufstieg mit den Heilbronner Falken, dem Farmteam von Adler Mannheim. Dann natürlich mein Einstieg in die Deutsche Eishockeyliga beim EV Augsburg und die Vizemeisterschaft 2010 mit diesem Team. Und natürlich waren die Länderspiele und die Teilnahme an meiner ersten Weltmeisterschaft in Helsinki ganz besondere Erlebnisse. Aber auch die Spiele beim Spenglercup 2011 in Davos waren toll, als wir mit Wolfsburg das Team Kanada 3:2 besiegt haben.

Wie realistisch ist es für den amtierenden deutschen Meister ERC Ingolstadt, seinen Titelgewinn aus dem letzten Jahr zu wiederholen?

Kohl: Ich denke, wir haben ganz gute Chancen, uns gegen Mannheim durchzusetzen, auch wenn der sechsfache deutsche Meister von den Experten favorisiert wird. Wir haben uns über die gesamte Saison hinweg immer mehr gesteigert, das haben zuletzt auch die Spiele in der Play Off-Runde gezeigt. Wir müssen halt unsere Heimspiele gewinnen und einmal in Mannheim. Das Wichtigste wird sein, dass wir unsere Chancen nützen und unser bestes Eishockey spielen.

Was unterscheidet das Team von Augsburg 2010 und Ingolstadt 2015?

Kohl: In den Finalspielen muss eine Mannschaft über sich hinauswachsen, dann kann sie jeden Gegner besiegen. Man hat ja gesehen, wie eng es im Viertelfinale gegen Iserlohn und im Halbfinale gegen Düsseldorf jeweils gelaufen ist. Ich glaube aber ganz fest an unsere Stärke...

…die man Ingolstadt nach dem Titelgewinn im letzten Jahr in dieser Saison nicht unbedingt zugetraut hat. Denn neben dem Meistertrainer haben auch mehrere Spieler den Club verlassen und neue Spieler mussten sich erst integrieren.

Kohl: Das ist in Ingolstadt sehr gut gelungen. Die neuen Spieler haben sich perfekt in das System eingefügt und wir sind eine homogene Kampfeinheit geworden.

Der EC Red Bull München hatte auch eine Topmannschaft, ist aber schon im Viertelfinale ausgeschieden.

Kohl: München hat als Zweiter einen sehr guten Grunddurchgang gespielt, litt aber unter vielen verletzten Spielern und ist auch daher gegen Wolfsburg im Viertelfinale ausgeschieden. Zudem hatten die Münchner eine längere Spielpause als Wolfsburg, das sich erst noch gegen Krefeld durchsetzen musste.

Nachdem sich Mannheim bereits nach vier Halbfinalspielen durchgesetzt hat, ist die Spielpause auch für Mannheim länger. Macht das etwas aus?

Kohl: Unsere erstes Finalspiel findet am Freitag in Mannheim statt. Ich denke nicht, dass eine um zwei Tage längere Spielpause etwas ausmacht.

Mannheim ist seit Einführung der DEL 1995 fünfmal Meister geworden. In den letzten sieben Jahren hat es jedoch für euren Finalgegner nicht mehr zum Titel gereicht.

Kohl: Das kann gut so bleiben, ich glaube an unsere Stärke und freue mich schon sehr auf die Finalspiele.

Am 18. Juli findet im Alpenstadion von Schönau am Königssee der 9. »Berchtesgadener Anzeiger«- Cup statt, an dem du zuletzt zweimal erfolgreich teilgenommen hast. Dürfen sich die Berchtesgadener wieder auf dich freuen?

Kohl: Wenn ich gesund bin, Zeit habe und mein Verein mich freigibt, bin ich beim »Berchtesgadener Anzeiger«-Cup wieder dabei. Christian Wechslinger