»Jenke. Crime.« - Neue Reihe auf ProSieben

Jenke. Crime
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Jenke von Wilmsdorff (M) im Gespräch. Foto: Willi Weber/ProSieben/Marc Rehbeck/dpa Foto: dpa

Jenke von Wilmsdorff geht den Lebensläufen von Kriminellen nach: »Kein Mensch ist nur böse, niemand ausschließlich gut.«


Berlin (dpa) - Thomas (Name geändert) stammte aus gutem Hause. Er wollte Maschinenbauer werden, hatte nie etwas Ungesetzliches getan. Da warb ihn ein Freund an, versprach ihm Abenteuer, schnelles Geld. Thomas begann als Fahrer im Drogenschmuggel nach Deutschland.

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Er sprach Französisch, das war nützlich bei Rauschgift-Deals in Marokko. In kurzer Zeit entstand eine Bande von 12 bis 15 Mitgliedern. »Am Ende des Jahres war ich der Chef.«

TV-Allzweckwaffe Jenke von Wilmsdorff und Profilerin Suzanne Grieger-Langer nehmen den Werdegang des charismatischen Drogenbosses in der ProSieben-Sendung »Jenke. Crime.« (Dienstag, 20.15 Uhr) unter die Lupe. Einer von vier Fällen.

»Er ist sehr offen, kommunikativ, ein Schnelldenker. Sehr selbstsicher«, sagt ein langjähriger Weggefährte des einstigen Drogenbosses über ihn. »Er konnte nicht still sitzen.« 10.000 Mark soll Thomas damals den Kurieren pro Passage von Marokko in die Bundesrepublik gezahlt haben. Mitte der 1970er Jahre war das sehr viel Geld. Der Bandenchef überredete Freunde mitzumachen. Zentnerweise soll Hasch nach Deutschland gebracht worden sein.

»Wir haben eine aufregende Zeit erlebt, aber wir haben auch unseren Preis bezahlt«, sagt der Zeitzeuge, der damals angeheuert wurde. »Der Bogen war eindeutig überspannt. (...) Zuviel Konsum, zu viele Geschäfte. Und dann wird das Geschäft, das Dealen irgendwann zur Sucht.« Die Drogenhändler kleideten sich in Münchens feinsten Boutiquen ein. In einer Luxuswohnung im Nobelviertel hielten sie sich einen Privatzoo.

Als die Gruppe schließlich in das Geschäft mit Kokain und Heroin einstieg, zeichnete sich irgendwann das böse Ende ab. Mit Blick aufs Leid der Junkies gibt sich der Boss von einst heute geläutert: »Mittlerweile habe ich die Überzeugung gewonnen, dass das, was ich damals verkauft habe, zum Elend beigetragen hat.«

»Kein Mensch ist nur böse, niemand ausschließlich gut. Warum wird man zum Täter? Und wie glaubhaft ist der Reuige? Ist der Knast die beste Berufsschule? All das möchte ich herausfinden, in Gesprächen mit Kriminologen, Psychologen, Opfern und: den Tätern an einem Tisch«, sagte von Wilmsdorff vor Ausstrahlung der ersten Episode. Er konfrontiert in dem neuen ProSieben-Format Straftäter mit ihren Opfern und den Schauplätzen ihrer Straftaten.

Es geht um vier Fälle. Drei Männer wurden zusammen zu mehr als 70 Jahren Haft verurteilt. Den vierten Mann will Jenke zum Prozessauftakt im Frühjahr 2021 begleiten. »Drogenhandel, Raub, Körperverletzung, millionenschwere Cyberkriminalität, Menschenhandel: Was sagen die Kriminellen selbst zu ihren Taten? Wie bewerten sie ihre Verbrechen gegenseitig?«, kündigte ProSieben an.

© dpa-infocom, dpa:210430-99-420512/3

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