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Jazz direkt wie im kleinen Club: Gary Bartz & Maisha

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Maisha/Gary Bartz
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Der US-Sax-Mann Gary Bartz. Foto: Elaine Groenenstein Foto: dpa

Der junge britische Jazz ist ein stetiger Quell der Freude. Seine Top-Band Maisha legt nun ein Album vor, das eine Legende zurück ins Rampenlicht holt: den US-Sax-Mann Gary Bartz (79).


Berlin (dpa) - Die neue britische Jazz-Szene ist derzeit enorm angesagt, eine ihrer wichtigsten Bands heißt Maisha. Deren Debüt »There Is A Place« (2018) ist noch in bester Erinnerung - da landet die Truppe um den Schlagzeuger Jake Long einen weiteren Coup.

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Für die dritte Veröffentlichung der Serie »Direct-To-Disc« von Night Dreamer (nach Seun Kuti & Egypt 80 und Seu Jorge/Rogê) treffen Maisha auf den Saxofonisten Gary Bartz. Der wird Ende September stolze 80 und bläst hier so kraftvoll in sein Instrument, als wäre er ein paar Jahrzehnte jünger. Zusammen spielen die US-Legende und die jungen Wilden des britischen Spiritual-Jazz für das Album »Night Dreamer Direct-To-Disc Sessions« zwei Bartz-Klassiker (»Uhura Sasa«, »Dr. Follow‘s Dance«) und drei neue Kompositionen.

Bands von Jazz-Übervätern wie Charles Mingus, Max Roach, Art Blakey und Miles Davis waren Stationen für Bartz, ehe er mit der NTU Troop auf dem berühmten New Yorker Label Prestige wegweisende Alben veröffentliche. Souljazz- und Jazzfunk-Fans verehren ihn ebenso wie Hip-Hop-Kenner.

Dazu passt der höllisch groovende Maisha-Sound perfekt. Gilles Peterson von Brownswood Recordings brachte seine Label-Aushängeschilder mit dem Senior auf der Bühne zusammen, die Chemie stimmte sofort. Es folgte eine Europatournee, bei der im Rahmen des »London Jazz Festival« das 50-Jahre-Jubiläum von Bartz' Album »Another Earth« gefeiert wurde.

Alt und Jung haben nun für Night Dreamer Records eine hoch energetische Platte geschaffen, die den Ruhm des neuen Brit-Jazz weiter mehren dürfte. Erster Anspieltipp: das wunderbar melodische und vorwärtsgehende »Let's Dance« mit tollen Afrobeat-Einflüssen, das auch auf einem Album des allseits verehrten Kamasi Washington eine gute Figur gemacht hätte.

Alle fünf Tracks wurden - wie der Untertitel »Direct-To-Disc Sessions« andeutet - im Artone Studio Haarlem bei Amsterdam in einem Take aufgenommen und direkt auf Platte gepresst. Unmittelbarer nach kleinem gemütlichen Jazzclub kann solche Musik nicht klingen.