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Jagd auf die Triple-Bayern eröffnet

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Die Gejagten
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Die Bayern wollen wieder deutscher Meister werden. Foto: Tobias Hase Foto: dpa

Düsseldorf (dpa) - Nach der Jubiläums-Sause zum 50. Geburtstag eröffnet die Bundesliga-Konkurrenz die Titeljagd auf die Triple- Bayern mit einer bangen Frage.


Macht Startrainer Pep Guardiola den Rekordmeister noch besser - oder blockieren sich die Münchner den Weg an die Spitze doch selbst mit den umfangreichen Umbaumaßnahmen des Spaniers?

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Zumindest Joachim Löw rechnet zum Auftakt der WM-Saison nicht mit einer erneuten Alleinherrschaft: «Ich sehe in der Bundesliga zwei Mannschaften, die vom Niveau über allen anderen stehen. Ich erwarte einen Zweikampf Bayern kontra Dortmund», sagte der Bundestrainer vor dem Ligastart des Titelverteidigers am Freitag gegen Borussia Mönchengladbach.

Mit den Verpflichtungen des 37-Millionen-Manns Mario Götze und Guardiolas Wunschspieler Thiago Alcántara von der alten Liebe FC Barcelona ist der Druck auf den Katalanen nicht gerade kleiner geworden. Der Kader mit 18 Nationalspielern birgt mit Blick auf das Weltturnier in Brasilien Unruhe-Potenzial, der erste von sechs möglichen Titel ist nach dem 2:4 gegen Borussia Dortmund im Supercup schon futsch. «Wir wollen schaffen, was noch niemand in Europa geschafft hat: die Champions League erfolgreich verteidigen», formulierte Sportdirektor Matthias Sammer in der «Sport Bild» die ambitionierte Zielsetzung.

Die Dortmunder gefallen sich hingegen nach dem verlorenen Königsklassenfinale von London wie schon zu Zeiten der beiden Meistertitel 2011 und 2012 als vermeintlicher Underdog. Man sei mit den Bayern «nicht auf Augenhöhe», betont Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke bei jeder Gelegenheit und verweist auf das nach außen formulierte Saisonziel: Champions-League-Qualifikation. Und selbst nach dem Coup im Supercup erklärte BVB-Coach Jürgen Klopp, die Konkurrenz seien die «16 andere Mannschaften. Wir wollen uns nicht ständig mit den Bayern messen.»

Zumindest bei den gezahlten Ablösesummen können die Westfalen als einziges Team zumindest ansatzweise mit dem Branchenkrösus mithalten. Die Millionen aus dem erzwungenen Götze-Verkauf wurden zwar nicht in internationale Top-Namen reinvestierte, dennoch sollten Henrich Mchitarjan (Schachtjor Donezk/25,0 Millionen Euro) und Pierre-Emerick Aubameyang (AS St. Etienne/13,0) sowie der Bremer Sokratis (9,0) den Kader aufwerten.

Hinter dem prophezeiten Titelduell rechnet die Liga vor allem mit zwei Clubs in der Spitzengruppe. Bei der Frage, wer die Dominanz von Bayern und Dortmund am ehesten brechen kann, kommt in einer Umfrage der dpa unter Trainern und Managern der FC Schalke 04 auf neun, Bayer Leverkusen auf acht Nennungen. «Bei allem Respekt für Vereine wie Schalke oder Leverkusen sehe ich keinen ernsthaften Konkurrenten um den Titel», wertete Bundestrainer Löw jedoch. «Bayern und Dortmund sind von der Qualität, Spielweise und Kontinuität den anderen überlegen.»

Bei den Überraschungsclubs SC Freiburg und Eintracht Frankfurt bleibt abzuwarten, wie die Dreifachbelastung nach längerer internationaler Abstinenz bei einer möglichen Qualifikation für die Europa-League-Gruppenphase bewältigt wird. Für das ungleiche Aufsteiger-Duo Hertha BSC und Eintracht Braunschweig wäre beim Bundesliga-Comeback nach einem respektive 23 Jahren alles andere als der Kampf gegen den Abstieg eine Überraschung.

Auch die Kleinen dürfen sich dabei finanziell auf so viel TV-Einnahmen wie noch nie freuen: Dank des neuen Fernsehvertrags werden in der 51. Bundesliga-Saison insgesamt rund 448 Millionen Euro ausgeschüttet.

Nicht nur deshalb sehen auch die Spitzen-Funktionäre eine rosige Zukunft für das Premiumprodukt des deutschen Vereinsfußballs. «Die Freude auf die Saison ist auch bei mir da. Uns geht es im deutschen Fußballs ausgesprochen gut», sagte Wolfgang Niersbach, Präsident des Deutschen Fußball-Bundes, bei der Generalversammlung der Deutschen Fußball Liga am Mittwoch. Und auch der abgetretene Meistertrainer Jupp Heynckes freut sich auf den Beginn der zweiten Hälfte des ersten Bundesliga-Jahrhunderts: «Tolle Stadien, volle Stadien ohne Gewalt, familienfreundliche Stadien, tolle Atmosphäre - was will man mehr.»