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IT-Experten: «Wanna Cry» könnte Ablenkungsmanöver sein

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Computer mit Quellcode
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Computer mit Quellcode: Eine Reihe von Programmierfehlern hat die Erpressungssoftware «Wanna Cry» nach Einschätzung von Analysten ausgebremst. Foto: Oliver Berg Foto: dpa
Cyber-Attacke
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Die Webseite des britischen Gesundheitsdienstes NHS informiert über Probleme mit der groß angelegten Cyber-Attacke. Foto: Mike Egerton Foto: dpa
Anzeigetafel
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Die massive Cyber-Attacke hatte auch die Deutsche Bahn in Mitleidenschaft gezogen. Foto: Jan Woitas Foto: dpa
Hauptbahnhof Chemnitz
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Die von der weltweiten Cyber-Attacke betroffenen Anzeigetafeln an deutschen Bahnhöfen werden noch mehrere Tage gestört bleiben. Foto: P. Götzelt Foto: dpa
Cyber-Attacke trifft Krankenhaus
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Patienten warten im Dharmais Cancer Hospital in Jakarta, dessen Rechner durch den Trojaner «Wanna Cry» lahmgelegt worden ist. Foto: Dita Alangkara Foto: dpa
Warten auf Benzin
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Wartende Taxifahrer in Peking: Mehr als 20.000 Tankstellen des chinesischen Öl-Giganten CNPC gingen offline. Foto: Adrian Bradshaw/Archiv Foto: dpa
Fahrkartenautomat
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Die Fahrkarten-Automaten sind bis auf Einzelfälle wieder einsatzbereit. Foto: Armin Weigel Foto: dpa

Die Aufregung um den Cyber-Angriff «Wanna Cry» ist noch nicht abgeklungen, da finden Experten schon die nächsten digitalen Waffen. Auch diese nutzen ein Werkzeug, das Hacker aus den Beständen der US-Spionagebehörde NSA entwendet haben.


Berlin (dpa) - Der Cyber-Angriff mit der Erpressungssoftware «Wanna Cry» könnte nach Einschätzung von IT-Spezialisten ein Ablenkungsmanöver von Kriminellen sein. Experten der Firma Proofpoint haben nach eigenen Angaben eine neue Angriffsart entdeckt, die mit «Wanna Cry» in Verbindung stehen soll.

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«Und auch diese nutzt die von der NSA gesammelten und dann gestohlenen Sicherheitslücken aus», sagte Proofpoint-Managerin Monika Schaufler. Zwei Mitarbeiter des Unternehmens hatten gemeinsam mit dem britischen IT-Forscher Marcus Hutchins mit Hilfe eines Tricks die Verbreitung von «Wanna Cry» am Wochenende vorerst gestoppt.

Der neue Angriff «Adylkuzz» verfolge jedoch ein ganz anderes Ziel und arbeite im Verborgenen, teilten die Forscher mit. Auf den infizierten Rechnern werde im Hintergrund das virtuelle Geld Monero erzeugt. «Das ist für die Betrüger weitaus profitabler als ein Erpresserangriff wie etwa "Wanna Cry"», sagt Schaufler.

Die sogenannte Kryptowährung funktioniere ähnlich wie Bitcoin und werde auf Marktplätzen im Darknet, einem anonymen Teil des Internets, für den Handel mit Drogen, Kreditkarten oder gefälschten Waren genutzt. Die Nutzer der gekaperten Rechner merkten dabei lediglich, dass ihre Systeme sehr langsam werden, sagte Schaufler.

«Wir vermuten, dass "Wanna Cry" mehr oder weniger versehentlich von diesem subtileren Angriff abgelenkt hat», sagt Schaufler. Die Forscher schätzen, dass auch «Adylkuzz» selbst die Aktivitäten von «Wanna Cry» ausgebremst hat, da die Schadsoftware Schnittstellen (Port 445) für die Vernetzung blockiert, um vollen Zugriff zur Rechenpower zu behalten und weitere Infektionen zu verhindern.

Der Angriff mit «Adylkuzz» begann den Angaben zufolge bereits spätestens am 2. Mai. Aktuell sollen Zehntausende Computer weltweit infiziert sein. Einen Schutz gebe es nur, wenn die Windows-Rechner mit den aktuellen Sicherheits-Updates von Microsoft auf dem aktuellen Stand sind.

Die «Financial Times» berichtete zudem am Dienstag, dass eine weitere Cyber-Waffe im Darknet aufgetaucht sei, die ursprünglich ebenfalls von der US-Spionagebehörde NSA stammt. Dabei handelt es sich dem Bericht zufolge um eine Software, die auf dem Hacker-Werkzeug «Esteem Audit» basiert. Wie «Wanna Cry» nutzt sie eine Lücke in älteren Versionen von Microsofts Betriebssystem Windows aus. Demnach zielt der Schadcode auf die Authentifizierungs-Funktion über Smart Cards.

Bericht "Wired"

Bericht "Financial Times" (kostenpflichtig)

Analyse von Fortinet

Bericht McAfee

Cyber-Angriff: Microsoft erhebt Vorwürfe gegen Regierung

Bei Attacken mit Erpressungstrojanern wird häufig Lösegeld in der Digitalwährung Bitcoin gefordert. Das Online-Geld ist seit 2009 im Umlauf. Bitcoins werden in komplizierten Rechenprozessen erzeugt, können aber auch im Internet mit etablierten Währungen wie Dollar oder Euro gekauft werden. Sie kommen vor allem bei Zahlungen im Internet zum Einsatz.

Bitcoins sollen einen Zahlungsverkehr ermöglichen, der unabhängig von Regierungen und Banken funktioniert - und bei dem die Teilnehmer anonym bleiben können. Wegen geringer Kontrolle und großer Schwankungen sind Bitcoins umstritten.