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Italien: Bersani führt Mitte-Links-Bündnis in Wahlen

Rom (dpa) - Italiens Mitte-Links-Bündnis geht mit Luigi Bersani als Spitzenkandidaten in die Parlamentswahl im kommenden Jahr. Der Vorsitzende der Partito Democratico (PD) setzte sich am Sonntag in einer Urwahl unerwartet deutlich gegen den Florentiner Bürgermeister Matteo Renzi durch.

Luigi Bersani
Bersani führt Italiens Mitte-Links-Bündnis in Parlamentswahl 2013. Foto:/Ettore Ferrari Foto: dpa

In der Stichwahl erhielt der Chef der größten italienischen Linkspartei knapp 61 Prozent der Stimmen. Für Renzi votierten gut 39 Prozent. Fast drei Millionen Italiener stimmten ab.

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Die von Bersanis PD geführte Mitte-Links-Allianz hat laut Umfragen beste Chancen, die für März oder April geplanten Parlamentswahlen zu gewinnen. Bei einer entsprechenden Mehrheit könnte der 61-Jährige der Nachfolger des amtierenden Ministerpräsidenten Mario Monti werden.

Sollte es bei den Wahlen keine klare Mitte-Links-Mehrheit geben, wäre Bersani gezwungen, ein Bündnis zur politische Mitte hin zu suchen. Diese will bisher aber, dass der von Staatspräsident Giorgio Napolitano eingesetzte frühere EU-Kommissar weiter regiert.

Bersani stimmte die Mitte-Links-Anhänger auf die Herausforderungen ein. «Wir müssen (die Parlamentswahlen) gewinnen, aber wir können nicht gewinnen, wenn wir Märchen erzählen, da wir dann nicht regierungsfähig sind», sagte er bei einer Siegesfeier in Rom. Seine Partei liegt nach den Umfragen vor der populistischen Bewegung «Fünf Sterne» des Komikers Beppe Grillo und der Mitte-Rechts-Partei PdL Silvio Berlusconis, der möglicherweise auch noch einmal kandidiert.

Renzi (37) gestand seine Niederlage ein, gratulierte seinem Kontrahenten zum Sieg und versprach Loyalität. Er gewann nur in der Toskana. Bersani muss den als Modernisierer und Liberalisierer angetretenen Bürgermeister von Florenz jetzt auf nationaler Ebene einzubinden versuchen. Spekuliert wird, dass Renzi im kommenden Jahr Bersanis Nachfolger als PD-Parteichef werden könnte.

An der Urwahl am Sonntag konnten alle Italiener teilnehmen, die sich schriftlich als Mitte-Links-Anhänger bekannt hatten. Jeder musste vor der Stimmabgabe mindestens zwei Euro bezahlen.