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»Isarindianer« Willy Michl in Lauter

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Bis in die 70er Jahre reicht eine Lebensfreundschaft zurück, die den »Isarindianer« nun in das Wirtshaus Lauter bringt: Willy Michl gibt dort am Freitag, 31. August, um 20.30 Uhr ein »Galakonzert für Sepp Weismann und alle Menschen aus der Region«.


Die Vorgeschichte zu diesem Abend begann im Münchner Platzl, dem berühmten Hotel gegenüber dem Hofbräuhaus, wo einst die großen bayerischen Volksschauspieler wie der Weiß Ferdl, Ida Schuhmacher oder Erni Singerl auftraten. Dort im Festsaal, wo der Roider Jackl seine Gstanzl sang und Franz Lang jodelte, sorgte Anfang der 70er Jahre der junge bayerische Bluesbarde Willy Michl unter anderem mit Wildererliedern für Furore. Der Saal war jeden Abend ausverkauft. »Immer vor dem Auftritt stand hinter der Bühne bei mir ein junger Mann, der zu den Schuhplattlern gehörte«, erzählt Willy Michl. Das war Sepp Weismann, einer seiner ersten Fans. Es war ein festes Ritual. Willy sagte immer vor seinem Konzert: »Seppi, lass mich nochmal von deiner Zigarette ziehen.« Da steckte der Sepp dem Bluesbarden seine Zigarette zwischen die Zähne, und dann trat Willy auf.

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Für die amerikanischen Gäste sang er auch Gstanzln auf Englisch. Zwischendrin gab's dann bayerischen Blues. Das war zwei Jahre bevor er seine erste Platte »Blues goes to Mountain« aufnahm. Trotz seines schnellen Erfolges als Urheber des bayerischen Blues und Trendsetter des Alpenrock war es Willy Michl immer am wichtigsten, sich selber treu und frei zu bleiben. Darum ging er seit 1978 ohne Plattenfirma mit seinen Indie-Labels wie dem legendären »Ois is Blues« (1988) musikalisch seine eigenen Wege. In den 80ern wurde er zum »Isarindianer« und zeigt seine indianische Lebenseinstellung seither auch offen durch seine Kleidung.

Sepp Weismann, der Schuhplattler, und Willy Michl, der Bluesbarde, blieben Freunde fürs Leben. Als nun Sepp 2009 das Wirtshaus Lauter bei Surberg nahe Traunstein übernahm, träumte er davon, dass der Isarindianer aus München auch im Festsaal in Lauter singen soll.

Das Publikum erwarten dort zu bayerischer Küche neue, bisher nicht auf CD veröffentlichte Lieder, aber auch Kulthits wie »Isarflimmern«, »Bobfahrerlied«, »Ois is Blues«, »Das Land Nepal« oder »Flieg Vogel flieg«.

Karten für den 31. August gibt's im Inzeller Salon Brunner, im Wirtshaus Lauter, an den Vorverkaufsstellen, unter anderem in Traunstein und Waging, und an der Abendkasse. vm