weather-image
13°

Inventur im Wald

2.3
2.3
Bildtext einblenden
Ganz viel Grün (v.l.): Andreas Nenninger, Sarah Becker und Dr. Daniel Müller. (Foto: Bauregger)

Berchtesgadener Land – Derzeit erhebt in den Wäldern des Forstbetriebs Berchtesgaden der Bayerischen Staatsforsten ein neunköpfiges Team der Forsteinrichtung in München konkrete Daten, etwa über den Baumbestand und die Baumarten auf den unterschiedlichen Flächen und den Stand der Naturverjüngung. Oberhalb des Jochbergs in Weißbach, hinter der ehemaligen Eckartalm, informierte Forstbetriebsleiter Dr. Daniel Müller Medienvertreter über den aktuellen Stand.


Die 2017 durchgeführte Inventur hat laut Andreas Nenninger von der Forsteinrichtung bereits ergeben, dass der Forstbetrieb Berchtesgaden in den vergangenen zehn Jahren nachhaltig gewirtschaftet hat. Die Inventur hat 350 000 Euro gekostet. Dr. Müller schätzt, dass für die Planung noch einmal etwa 400 000 Euro investiert werden.

Anzeige

Laut Andreas Nenninger wurden die Inventurdaten von 2017 über den Winter ausgewertet. Sie waren an 2 500 Erfassungspunkten ermittelt worden, um alle zehn Jahre vergleichen zu können. Auf Grundlage dieser Daten stellen nun Mitarbeiter der Forsteinrichtung, darunter Sarah Becker, die Entwicklungsstadien fest.

In dem Waldstück, wo der Termin stattfand, zeigten Nenninger und Dr. Müller Altbestände mit niedriger Naturverjüngung, Mischbestände, in denen schon Tannen, Fichten, Buchen, Mehlbeere und Vogelbeere heranwachsen und Bereiche, in denen keine neuen Bäumchen wachsen. Trotzdem würde dort nicht nachgepflanzt, da dieses Gebiet Lebensraum für das Auerwild sei, so Dr. Müller. Der Zuwachs pro Jahr beträgt dort laut Nenninger etwa acht Festmeter Holz bei einem Vorrat von 400 bis 450 Festmetern.

Neben dieser Karte, auf der die Entwicklungsstadien zu sehen sind, werden für die spätere Bewertung weitere Übersichtskarten herangezogen. So die Standortkarte und die Schutzwaldkarte. Immerhin sind zwei Drittel des Waldbestandes im Forstbetrieb Berchtesgaden als Schutzwald deklariert. Diese definierten Bereiche müssen, insbesondere in den Siedlungssgebieten, gründlich angeschaut werden, um die Risiken von Hangrutschungen, Lawinen oder Steinschlag erkennen zu können.

Interessant ist die »Oberhöhenkarte«, die per Luftaufnahmen des Landesamtes für Vermessung digital erstellt wurde und sogar die unterschiedlichen Baumhöhen ausweist. Aufschlussreich war auf der Klimakarte zu sehen, welches Klimarisiko für die Fichte im Jahr 2050 und 2100 oder Baumarten wie Buche, Kiefer, Tanne und Lärche im Jahr 2100 prognostiziert wird. Daraus ging hervor, dass große Risiken eher in den flacheren Teilen des Voralpenlandes gegeben sind. Wie Nenninger weiter sagte, sei es aus ökologischer Sicht auch Ziel, mindestens 40 Kubikmeter Totholz zu belassen und nur etwa 30 Prozent des Holzes in den nächsten zehn Jahren zu nutzen. Für die Komplettverjüngung eines Bestandes werden etwa 50 Jahre kalkuliert.

Positiv ist, dass die Vielfalt der Baumarten größer wird. Eine Nutzung wie bisher ist laut Nenninger weiterhin möglich, da der Holzvorrat gleich geblieben ist. Für Dr. Müller ist es von entscheidender Bedeutung, dass die Bestandsaufnahme möglichst genau erfolgt, um eine gute Arbeits- und Entscheidungsgrundlage für die Forstbetriebe zur Verfügung zu haben. Werner Bauregger

Italian Trulli