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Eindrucksvoller Schlusspunkt: Am Ende des Europatags tanzten alle gemeinsam, Arm in Arm, einen Sirtaki.

Interkulturelles Fest zum Europatag am 9. Mai an der Staatlichen Berufsschule Berchtesgadener Land

Freilassing – Wie gut es tut, wieder einmal fröhlich zusammen zu feiern und für ein paar Stunden alle Krisen hint anzustellen, das wurde beim »Europatag« an der Staatlichen Berufsschule Berchtesgadener Land in Freilassing mehr als deutlich. Die Youtou (School of young Tourism) hatte den Tag anlässlich der Europawoche organisiert und die gesamte Schule dazu eingeladen. Schüler, Lehrer, Landrat Bernhard Kern und Bürgermeister Markus Hiebl aus Freilassing genossen bei herrlichem Wetter das abwechslungsreiche Programm und waren von Livemusik, Poetry Slam und internationalen Spezialitäten begeistert.


Der europäische Gedanke liegt der Youtou sehr am Herzen, weshalb sie schon seit vielen Jahren am »Erasmus+«-Programm teilnimmt. Das ist ein Förderprogramm der EU für Bildung und Jugend. Insofern war es naheliegend, das Thema Europa auch einmal für ein Schulprojekt im Fach »Veranstaltungswesen« aufzugreifen und einen Europatag zu veranstalten. Die Planung und Organisation übernahm die 12. Klasse, Unterstützung bekam sie von den Lehrerinnen Angela Eder und Daria Hetzler sowie von den Schülern der 11. und der 13. Klasse. Zudem halfen viele Berufsschüler mit, indem sie an bunt dekorierten Ständen einige europäische Länder repräsentierten. Neben historischen Informationen zum Land gab es landestypische Spezialitäten wie belgische Waffeln, französische Croissants, ungarische Gulaschsuppe, Apfelstrudel aus Österreich und vieles mehr.

Zur Einstimmung der Feier im Pausenhof der Berufsschule spielten zwei junge Musikanten der Leobendorfer Musikkapelle die Europahymne »Ode an die Freude«. Die Poetry-Slam-Künstlerin Leah Weigand sorgte zwischen den Reden des offiziellen Teils für anspruchsvolle Unterhaltung. Ihre frei vorgetragenen, tiefgründigen Texte waren ein starkes Plädoyer für Freiheit, Einheit und Demokratie in Europa.

Hermann Kunkel ging in seiner Ansprache auf den historischen Kontext der Europa-Woche ein, die angesichts des Endes des Zweiten Weltkriegs am 8. Mai 1945 veranstaltet wird. Der Schulleiter betonte, wie unvorstellbar es sei, dass es nach mehr als 75 Jahren Frieden in Europa nun wieder zu einem Krieg gekommen sei. Nur gemeinsam könne man es schaffen, den Krieg in der Ukraine so schnell wie möglich zu beenden. Er verwies auf die lange Geschichte Europas, die geprägt ist von der Vielfalt der Kulturen, den unterschiedlichen Menschen, den regionalen Gewohnheiten und Sprachen. »Diese Vielfalt wollen wir heute feiern«, so Hermann Kunkel, der laut eigener Aussage ein überzeugter Europäer ist.

Landrat Bernhard Kern hob in seinem Grußwort hervor, dass Frieden und Freiheit nicht selbstverständlich seien und dass alle gemeinsam für diese Werte einstehen müssten. Er sei begeistert vom Engagement der Schüler, die solch ein besonderes Fest zum Europatag am 9. Mai auf die Beine gestellt haben. Der Schulstandort werde weiterentwickelt, versprach der Landrat zur Freude der Anwesenden. Markus Hiebl erinnerte an Zeiten, in denen es in Europa noch Grenzen gab. »Die brauchen wir nicht mehr, wir wollen uns frei bewegen.« Die junge Generation sei jetzt gefragt, das Miteinander hochzuhalten und den Gedanken Europas weiter zu leben, so der Bürgermeister. Nach den Redebeiträgen gehörte die Bühne für eineinhalb Stunden der Band »Boazn Royal«, die, unterstützt von Techniker Murat Deneri, für Stimmung sorgte.

Die Schulfamilie hatte Gelegenheit, sich an den Ständen des »Europa-Basars« zu informieren, die angebotenen Spezialitäten zu probieren und sich ein paar Lose am Tombolastand der Schülermitverantwortung (SMV) zu kaufen. Die Erlöse der Tombola und des Essensverkaufs kommen der Caritas zugute. Am Ende der Veranstaltung bildeten Schüler und Lehrer einen großen Kreis und tanzten gemeinsam, Arm in Arm, einen Sirtaki. Ein schöner und angemessener Schlusspunkt für den Europatag.

Karin Kleinert