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Integration in die soldatische Gemeinschaft fördern

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Der Fahnenzug der Soldaten. 132 Rekruten legten ihr Gelöbnis vor der Fahne ab. (Foto: B. Stanggassinger)

Bischofswiesen – 132 Rekruten der Ausbildungs- und Unterstützungskompanie des Gebirgsjägerbataillons 232 haben am Sportplatz der Jägerkaserne in Bischofswiesen ihr Gelöbnis abgelegt.


Das Gelöbnis in seiner heutigen Form wurde 1956 vom Bundestag verabschiedet und soll die Integration junger Rekruten in die soldatische Gemeinschaft fördern. Zu dieser Feier kamen Eltern, Angehörige und Freunde der Soldaten, die Fahnenabordnungen der FFW Schönau am Königssee und der Gebirgsjägerkameradschaft 232 Berchtesgaden sowie Vertreter der Gemeinde Schönau am Königssee. Zuvor fand ein Gelöbnisgottesdienst in der Kirche St. Michael in Strub statt.

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Drei Ausbildungszüge und ein Fahnenzug marschierten auf den Appellplatz ein und nahmen Aufstellung. Unter den Klängen des Bayerischen Präsentiermarsches nahmen der Kommandeur der Gebirgsjägerbrigade 23, Brigadegeneral Jared Stefan Sembritzki, der 2. Bürgermeister der Gemeinde Schönau am Königssee, Richard Lenz, und der stellvertretende Bataillonskommandeur des Gebirgsjägerbataillons 232, Major Lars Kauven, die Rekruten ein letztes Mal in Augenschein. Die Gemeinde Schönau am Königssee ist Patengemeinde des Gebirgsjägerbataillons 232.

Der 2. Bürgermeister Richard Lenz übermittelte Grußworte von Landrat Georg Grabner. Lenz zollte den Soldaten für ihre Berufswahl höchsten Respekt. Zum einen die Herausforderung aus weltpolitischer Sicht, zum anderen der Einsatz in unserer Region. Lenz bedankte sich für die herausragende Arbeit in den vergangenen Wochen, als der Katastrophenfall galt, und das im Namen aller Bürgermeisterkollegen.

Rekrutensprecher Gefreiter Krohnes sprach über den Anfang der Ausbildung: »Mit dem ersten Biwak kam der erste Schnee. Alarm-Posten und Stellung brachten uns an die Grenzen der Belastbarkeit.« Als der Katastrophenalarm ausgerufen wurde, mussten die Rekruten schneller als gedacht den Dienst an der Gesellschaft antreten, sagte der Gefreite Krohnes. »Es entstand Kameradschaft.« Wenn es sich schon nach wenigen Wochen so fühle, als kenne man sich seit Jahren, dann sei das etwas Besonderes, fügte er hinzu.

In den Ansprachen drängelte sich der Brigadegeneral Jared Stefan Sembritzki dazwischen und sagte: »Sie alle, die Sie im Grunde genommen noch gar nicht dafür vorgesehen waren, habe ich getroffen bei der Unterstützung der Bevölkerung«, lobte er die Rekruten. Im Schnelldurchlauf hätten sie die Ausbildung durchlaufen. »Hierfür gilt Ihnen nicht nur der Dank der Bevölkerung, sondern auch der Dank von mir, Ihrem Brigadekommandeur.« Das Gelöbnis, welches in verkürzter Form durchgeführt wurde, setzte der stellvertretende Bataillonskommandeur des Gebirgsjägerbataillons 232, Major Lars Kauven, unter das Motto einer besonderen Herausforderung. Genau 72 Stunden zuvor seien diese Frauen und Männer noch auf den Dächern des Berchtesgadener Landes gestanden und hätten einen wesentlichen Beitrag im Rahmen des Katastropheneinsatzes geleistet, so Kauven. »Die Bilder, die wir und ganz Deutschland gesehen haben, haben uns mit Stolz erfüllt. Selbst als wir am 10. Januar das Gelöbnis unter den Augen der schon angereisten Eltern absagen mussten, hatten Eltern und Rekruten dafür vollstes Verständnis.« 147 Rekruten haben am 1. November 2018 ihren Dienst bei der Ausbildungskompanie begonnen, 132 von ihnen sind noch dabei und an diesem Tag angetreten.

Vor der Truppenfahne legten die Soldaten ihr feierliches Gelöbnis ab und wurden so in die militärische Gemeinschaft aufgenommen. Nach dem Gelöbnis wurden die Bayernhymne und die Nationalhymne gespielt. Bernhard Stanggassinger