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»In den Köpfen verankern«

19 Millionen Euro werden derzeit in das »Haus der Berge« investiert. Da sind 80 000 Euro für die Werbung im Vorfeld nicht viel. Immerhin soll die Einrichtung am Ortsbeginn von Berchtesgaden ein Zuschauermagnet werden, wenn es nach den Verantwortlichen geht. »Wir müssen schauen, dass das Geld sinnvoll eingesetzt wird«, sagt Ulrich Brendel. Er weiß, dass die Summe nicht allzu hoch ist, »wir versuchen in dem Rahmen das Bestmögliche«.

Weil die Maßnahmen zur Umsetzung für die Nationalpark-Pressestelle zu umfangreich sind, wurde die Münchner Agentur »Comeo« beauftragt, ein Marketing-Konzept zu erstellen. Was ist möglich, was ist wichtig, auf was kann man nicht verzichten bei der Bewerbung des »Hauses der Berge«? All das wurde bereits im Vorfeld geklärt, die Münchner haben Erfahrung in »grünen Themen«, arbeiteten unter anderem bereits mit den »Alpine Pearls« zusammen. Auch Berchtesgaden fällt darunter.

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Die Agentur soll nach Plan vier Punkte abarbeiten, die das Konzept beinhaltet. Zunächst soll ein Corporate Design geschaffen werden. Das bedeutet, dass das »Haus der Berge«, neuerdings auch »Nationalparkzentrum« genannt, in einem einheitlichen Erscheinungsbild kommuniziert wird. »Wichtig ist, dass wir einen guten Online-Auftritt erhalten«, weiß Carolin Scheiter. »Comeo« kümmert sich in Abstimmung mit dem Umweltministerium darum, die Web-Präsenz zu erstellen. Ein kleiner, lächelnder Berg soll als Sympathieträger und Identifikationsfigur auf Klick zielgerichtete Informationen geben. In einem Wettbewerb soll das Berg-Konterfei einen Namen erhalten. Die Bevölkerung darf darüber entscheiden.

Auch soziale Medien wie Facebook werden zukünftig in die Strategie des Nationalparks mit eingebunden. Bislang hat man hier den Trend verschlafen. Das ist den Verantwortlichen auch bewusst. »Uns ist wichtig, dass da jetzt einiges passiert«, sagt Carolin Scheiter. Auf Dauer könne man auf soziale Netzwerke nicht mehr verzichten.

Klassische Marketing-Maßnahmen machen ebenso einen bedeutenden Teil des Konzeptes aus. So wird es Info-Flyer geben, Plakate müssen gestaltet werden. Die Schulen der Umgebung sollen umfangreiche Basis-Pakete erhalten, in denen das »Haus der Berge« mit den Bildungswerkstätten ausführlich präsentiert wird. »Die Schulen sind eine unserer wichtigsten Zielgruppen«, so die Pressesprecherin.

Über die Münchner Agentur sind gezielte Redaktionsbesuche des Nationalparks bei wichtigen Medien geplant, um das neue Nationalparkzentrum vorzustellen. Auf Messen, etwa der ITB, der weltgrößten Tourismusmesse, wird die Einrichtung auf einem Gemeinschaftsstand beworben. Wichtig ist Scheiter auch die Zusammenarbeit mit der Berchtesgadener Land Tourismus GmbH (BGLT). In einer Kooperation wird momentan die Eingangsbeschilderung des Ortes überarbeitet. Gäste, die den Talkessel besuchen, sollen sofort auf das Millionenprojekt aufmerksam gemacht werden. Geplant ist, einen der nächsten BGLT-Gastgeberstammtische im »Haus der Berge« zu veranstalten. »Denn wir brauchen den direkten Kontakt mit den Gastgebern«, sagt Scheiter. Diese sollen ihre Gäste schließlich in die neue Einrichtung schicken, so, wie sie es bisher auch beim Salzbergwerk tun.

Neben der Erstellung eines Konzeptes hat sich die Nationalparkverwaltung auch einen Teil des Budgets für eigene Maßnahmen zurückgelegt. Der Eröffnungsveranstaltung im kommenden Mai wird dabei besondere Bedeutung beigemessen. Für jeden Besucher soll etwas dabei sein, weiß Scheiter. Geplant sind an mehreren Tagen verschiedene Aktionen. Die offizielle Eröffnung, für die sich Umweltminister Marcel Huber und Ministerpräsident Horst Seehofer angekündigt haben, findet am 10. Mai statt. Um dieses Datum herum wird es ein Pre-Opening für Medienvertreter geben, darüber hinaus einen »Tag der offenen Tür« für die heimische Bevölkerung. Ulrich Brendel: »Es muss in den Köpfen verankert werden, dass das Haus der Berge für die Bevölkerung gedacht ist, allen Diskussionen zum Trotz.« Das neue Nationalparkzentrum, sagt Ulrich Brendel, soll also Lust auf mehr machen. »Das ist ein Tor zum Nationalpark«. Den soll jeder Besucher am Ende schließlich selbst erkunden. kp