In 80 Tagen um die Welt

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Auf der Zugfahrt durch den Wilden Westen kommt es zum Konflikt zwischen dem Cowboy und Lord Fogg. (Foto: Heel)

Auf eine abenteuerliche Reise rund um den Erdball wurden die kleinen und großen Zuschauer im vollbesetzten Saal des Traunreuter k1 mitgenommen, wo das »Theater mit Horizont« aus Wien Jules Vernes Roman »In 80 Tagen um die Welt« als spannendes Familienmusical aufgeführt hat, mit vielen mitreißenden Liedern, flotten Tanzeinlagen und tollen Bühneneffekten.


Ausgangspunkt war London, wo der spleenige Lord Phileas Fogg (Tobias Nessweda) mit einigen Mitgliedern des ehrwürdigen Reform-Clubs um 20 000 Pfund Sterling wettet, dass er innerhalb von 80 Tagen um die Welt reisen könne. Zu diesem Zweck heuert er den quirligen Franzosen Passepartout (Nikolaus Stich) als Diener an und schon geht es per Schiff durch den Suezkanal bis nach Indien. An Bord befindet sich dabei auch der gerissene Detektiv Fix (Jürgen Endl-Kapaun), der Fogg verdächtigt, die Bank von England ausgeraubt zu haben.

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Im Dschungel Indiens retten Fogg und Passepartout die schöne Prinzessin Aouda (Julia Wenig) vor ihren Verfolgern und setzen ihre Reise auf dem Rücken eines Elefanten fort. In Amerika angekommen, reisen sie mit der Eisenbahn durch den Wilden Westen, wobei Passepartout nach einem Indianerüberfall am Marterpfahl landet und von Fogg mit einem Trick gerettet wird. Am Ende erreichen sie wohlbehalten London, haben die vereinbarte Zeit jedoch um fünf Minuten überschritten. Doch Ende gut, alles gut. Denn durch die Überschreitung der Datumsgrenze haben sie einen Tag gewonnen, sodass Fogg die Wette doch noch gewinnt. Aber die Reise hat Fogg auch verändert: Er hat erkannt, dass die Wette gar nicht so wichtig war – was wirklich zählt im Leben, ist die Liebe bzw. dass er und die Prinzessin sich gefunden haben.

Unzählige Male in Filmen, TV-Serien, Hörspielen und Musicals verarbeitet, stellt »In 80 Tagen um die Welt« wohl eine der bekanntesten Abenteuergeschichten aller Zeiten dar. In der vom »Theater mit Horizont« entwickelten Fassung wurde daraus ein so witziges wie temporeiches Bühnenspektakel, bei dem mit Videoeinspielungen die einzelnen Schauplätze raffiniert ergänzt wurden.

Besonders spannend gerieten dabei die Szenen im Wilden Westen, die mit Ansichten aus dem Monument Valley unterlegt wurden und in puncto Action geradezu filmreif waren. Dramatischer Höhepunkt des Musicals war jedoch die Szene, in der Fogg einen mitreisenden Cowboy zum Duell forderte, weil dieser die Ehre der Prinzessin verletzt habe. Da herrschte atemlose Stille im Saal, und sichtliche Erleichterung, nachdem die Prinzessin die beiden Streithähne von ihrem Vorhaben abgebracht hatte. Kurzum, ein Musical für die ganze Familie, entsprechend groß war nach der Vorstellung der Andrang im Foyer, wo das vierköpfige Ensemble Autogramme gab und sich den Fragen der Zuschauer stellte. Wolfgang Schweiger

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