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Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten

Marquartstein. Erst wenige Wochen sind vergangen, seit die Jugendlichen des Landschulheims in Marquartstein zum ersten Mal zum Schüleraustausch in die USA reisten. Mittlerweile laufen bereits die Vorbereitungen für den neuen Austausch, der im Sommer 2014 stattfinden soll. Aus diesem Anlass trafen sich die Organisatorin Susanne Klause und vier Teilnehmer des ersten Austausches – Katharina Hell, Sabrina Posselt, David Stöttner und Tobias Bär –, um von ihren Erlebnissen zu erzählen.

Cowboyhut und Corsage: Bei ihrer Reise nach Kansas schlüpften die Marquartsteiner auch in verschiedene Wild-West-Kostüme.

Wie kam es zu einem Austausch des LSH Marquartstein mit den USA?

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Susanne Klause: Seit vielen Jahren haben wir bereits vergeblich nach Austauschschulen gesucht. Aber durch den persönlichen Kontakt zwischen Wirtschaftslehrer Ralf Sepper und dem Schulleiter der Bucklin-Highschool Jason Crawford hat sich endlich eine Möglichkeit dazu ergeben. Wir sind sehr glücklich, nach so vielen vergeblichen Versuchen endlich erfolgreich zu sein.

Wie viele Schüler haben sich beworben, um am Austausch teilzunehmen?

Susanne Klause: Die Resonanz war überwältigend, 47 Bewerber haben sich angemeldet.

Mit welchen Gefühlen seid ihr nach Kansas geflogen?

Tobias Bär: Es war eine Mischung aus Vorfreude und Aufregung.

Katharina Hell: Der Flug war anstrengend. Ich konnte nicht schlafen und wir waren nach insgesamt zehnstündigem Flug noch mit öffentlichen Verkehrsmitteln weitere sieben Stunden unterwegs. Erst im Zug bin ich eingeschlafen.

Ist Amerika tatsächlich das Land der unbegrenzten Möglichkeiten?

Sabrina Posselt: Die Jugendlichen haben viele Möglichkeiten. Sie dürfen zwar zum Beispiel früher den Führerschein machen, aber dafür erst ab 21 dann in die Bars.

David Stöttner: In Deutschland kann man auch aus ärmeren Schichten aufsteigen. In den USA braucht man einen starken finanziellen Hintergrund der Eltern, um die berufliche Laufbahn zu sichern.

Was war dein schönstes Erlebnis in den USA?

Susanne Klause: Das Schönste war für mich der Zusammenhalt der Gruppe.

Sabrina Posselt: Das Footballspiel fand ich am besten, weil alle amerikanischen Schüler mit ihren Familien da waren. Solche Schulturniere gibt es bei uns leider nicht.

David Stöttner: Am faszinierendsten fand ich die Stadt Chicago und das dortige John-Hancock-Center, das zweithöchste Gebäude der Stadt. Von dort aus haben wir uns die Skyline im Sonnenuntergang angesehen.

Tobias Bär: Ich bin mit meiner Familie nach Colorado gefahren. Das war genial! Nicht nur, dass wir auf 4300 Meter Höhe gestanden sind, sondern auch die Offenheit und die Bereitschaft der Familie, spontan für mich eine solche Fahrt zu organisieren.

Katharina Hell: Ich fand die freundliche Aufnahme durch meine Gastfamilie am schönsten, weil sie sich bemüht haben, ihre Heimat vorzustellen und uns als Familienangehörige aufzunehmen.

Wie unterscheidet sich das amerikanische Schulsystem von unserem bayerischen? Welches spricht euch mehr an?

David Stöttner: In Amerika hat man jeden Tag den gleichen Stundenplan, in Deutschland ist alles individueller. Das bayerische System ist abwechslungsreicher und zudem das Niveau auch höher.

Susanne Klause: Die Qualität einer amerikanischen Schule hängt sehr von der Gemeinde ab. Ein Aufsichtsrat der Schule bestimmt, wer eingestellt, wofür Geld ausgegeben und wer entlassen wird.

Möchtet ihr in die USA zurück?

Katharina Hell: Ich möchte in den nächsten Jahren unbedingt meine Gastfamilie wiedersehen.

David Stöttner: Nach Lebo zieht es mich nicht zurück, aber nach Chicago könnte man durchaus nochmal.

Tobias Bär: Ich will meinen Austauschpartner Jak unbedingt wieder treffen. New York wäre auch interessant.

Das Interview führte Sandra Altmann.