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Im Gespräch: die Verlegung des Haltepunkts in Bischofswiesen

Der Bahnhof in Bischofswiesen: baufällig. Ob der Haltepunkt bleibt, ist fraglich. Foto: Anzeiger/Wechslinger

Bischofswiesen – Das Bahnhofsgebäude ist sanierungsbedürftig, die Brücke ebenso. Außerdem haben das Gebäude und das umliegende Areal allein seit Oktober vergangenen Jahres mehrfach den Besitzer gewechselt. Die Verhandlungen stocken. Von Bischofswieser Verwaltungsseite heißt es, dass erst verhandelt werden soll, wenn zwischen allen Beteiligten »grundsätzliche Einigkeit über die weitere Zukunft des Bahnhaltepunkts besteht.« Es ist nicht ausgeschlossen, dass dieser verlegt wird.


Das Bild ist grotesk: Bischofswiesen begrüßt seine Besucher alles andere als einladend. Am Bahnhofsgebäude nagt der Zahn der Zeit, im Gemeinderat mobilisieren sich Bahnhofsbefürworter, die die Notwendigkeit der Sanierung erkannt haben wollen, es gibt Gästebeschwerden, die sich über die minderwertige Optik des Areals beklagen.

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Doch es passiert nichts. Wie auch? Die Zuständigkeiten sind verworren, nicht mal in der Gemeinde weiß man so recht, wer derzeit Eigentümer des Bahnhofsgebäudes ist. Der ursprüngliche Eigentümer, die DB Stationen und Service AG hat den Bahnhof bereits vor längerer Zeit an Kapitalanleger verkauft, heißt es aus der Gemeindeverwaltung. Einer der letzten Kapitalanleger war die Firma Patron Elke S.a.r.l. Luxemburg. Diese veräußerte das Gebäude an zwei private Erwerber, so heißt es. Nach »Anzeiger«-Informationen haben diese weitere Bahnhöfe gekauft. Mittlerweile soll das Gebäude erneut den Eigentümer gewechselt haben.

Verhandlungen zwischen der Gemeinde und dem luxemburgischen Kapitalanleger habe es in der Vergangenheit gegeben, zwar ohne Erfolg – aktuell ist die Gesprächsbereitschaft aber auf einem Nullpunkt angelangt. Die Gemeinde wartet ab, bis eine Entscheidung über die Zukunft des Bahnhaltepunkts getroffen wurde.

Auch die Brücke ist weiterhin in einem sanierungsbedürftigen Zustand. Die Gemeinde hat diese mit einer Tonnagebeschränkung versehen. Die Deutsche Bahn plant, voraussichtlich für 2016 die Erneuerung der Gleisanlage sowie der Bahnsteige am Bischofswieser Bahnhof. »In diesem Zusammenhang wird auch eine mögliche Verlegung des Haltepunktes Bischofswiesen in Erwägung gezogen, um einen besseren Anschluss an das Busnetz zu ermöglichen«, heißt es aus der Gemeindeverwaltung. Ein Münchner Städteplaner prüft derzeit in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn mögliche Varianten. Wann mit Ergebnissen gerechnet werden kann, steht noch nicht fest. »Der Bahnhof in seiner jetzigen Form wäre dann möglicherweise obsolet«, deutet eine gemeindliche Stellungnahme an. Der Münchner Stadtplaner war bis Redaktionsschluss nicht zu erreichen.

Ob das Bahnhofsgebäude mittelfristig anderweitig genutzt werden kann, ist ebenso fraglich. Schuld daran ist eine Vielzahl von für Bahnbelange eingetragenen Leitungsrechten, Nutzungsbeschränkungen und Parkplatzrechten. Der Durchblick fehlt selbst Experten. Aus der Gemeindeverwaltung heißt es: »Wenn es tatsächlich zu einer Verlegung des Haltepunktes kommt, dürfte sich die weitere Nutzung des stark sanierungsbedürftigen Gebäudes mit den vielen Einschränkungen und der maroden Zufahrt äußerst schwierig gestalten.«

Der Gemeinderat hat daher auch die Sanierung der Brücke zunächst zurückgestellt – bis das Konzept zur städtebaulichen Entwicklung des Bahnhofes präsentiert wird. Einen Termin gibt es auch hier noch nicht. Kilian Pfeiffer