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»Ich dachte, der bringt mich um«

Hohe Haftstrafen gab es jetzt für zwei Männer – einen 32-jährigen Tadschiken und einen 39-jährigen Deutsch-Russen –, die im November 2011 in der Klepperstraße in Rosenheim einen 43-jährigen Gebrauchtwarenhändler brutal überfallen haben. Die Täter hatten ihr Opfer schwer verletzt zurückgelassen und waren mit einer Beute von 3000 Euro geflüchtet.

Das Landgericht Traunstein mit Vorsitzendem Richter Dr.   Jürgen Zenkel verurteilte die zur Tatzeit in Rosenheim lebenden Täter zu Freiheitsstrafen von sieben Jahren beziehungsweise fünf Jahren und drei Monaten – wegen gemeinschaftlich begangenem, besonders schwerem Raub und gefährlicher Körperverletzung. Der Jüngere soll der Schläger, der ältere Mittäter und Fluchthelfer gewesen sein.

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Staatsanwältin Juliane Grotz hatte für den eigentlichen, weitgehend geständigen Gewalttäter im Sinn der Anklage sieben Jahre Haft gefordert. Verteidiger Axel Kampf aus Rosenheim plädierte auf vier Jahre Freiheitsstrafe und Unterbringung seines Mandanten in einer Drogenentzugsanstalt wegen Drogenproblemen. Die Voraussetzungen für eine Unterbringung hielt das Gericht – wie der psychiatrische Sachverständige, Oberarzt Rainer Gerth vom Bezirksklinikum in Gabersee – nicht für erfüllt.

Der 39-Jährige, der in dem zweitägigen Prozess geschwiegen hatte, sollte nach Antrag der Staatsanwältin ebenfalls für sieben Jahre hinter Gitter. Verteidiger Peter Dürr aus Rosenheim stellte die Strafe ins Ermessen des Gerichts. Opferanwalt Andreas Grabmann schloss sich im Plädoyer den Schlussanträgen der Staatsanwältin an.

Der 32-jährige Angeklagte war am Tattag als Kunde zu dem Gebrauchtwagenhändler gekommen und hatte nach einem bestimmten Fahrzeug gefragt. Als der Autohändler den Schlüssel von einem Bord holen wollte, verspürte er von hinten einen Schlag. Mehrere Schläge folgten, Versuche zu flüchten oder sich zu wehren blieben ohne Erfolg. Der Geschädigte bei seiner Aussage vor Gericht: »Ich dachte, der bringt mich um.« Doch dann ließ der Räuber von seinem Opfer ab und verschwand mit seiner Beute. Ein Freund fand den blutüberströmten Gebrauchtwagenhändler. Im Krankenhaus erfuhr der 43-Jährige, dass seine Verletzungen von einem Totschläger oder einer Eisenstange herrühren. kd