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»Bitte nicht mit Hundekot verschmutzen«, wird nicht so ernst genommen.

Hundekotsackerl hängt drei Jahre lang an Baum – Bernhard Böhnisch dokumentiert Müllproblem

Berchtesgaden – Wenn Bernhard Böhnisch spazieren geht, ärgert er sich immer wieder über den Müll in der Natur: Glasflaschen, Plastik, Beutel für Hundekot... »Die Leute werfen den Müll in die Landschaft und sogar in die Ache«, schimpft er. 2014 hat Bernhard Böhnisch begonnen, »die Müllthematik mit der Kamera zu dokumentieren«, wie er es formuliert. Viele Bilder sind zusammengekommen. Einen kleinen Auszug hat der 54-Jährige dem »Berchtesgadener Anzeiger« gesendet. 


»An der Königsallee, am Wiesenweg und an der Alten Berchtesgadener Straße entlang der Ache ist es besonders schlimm«, sagt Bernhard Böhnisch. Er geht jeden Tag mit seiner Mutter spazieren und muss mitansehen, wie der Abfall die Spazierwege verschandelt und sogar in der Ache schwimmt. Das Müllproblem schiebt er zum Teil auf die fehlenden Abfalleimer. »Wenn Herrchen und Frauchen Hundekot eintüten, müssen sie die Beutel auch wegwerfen können«, sagt er.

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Das Hundekotsackerl hängt am 19. Mai 2019 an einem Baum ...
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... exakt drei Jahre später ist die rote Farbe des Sackerls verblasst. (Fotos: privat)

Mit dem Problem hatte sich Bernhard Böhnisch vor Kurzem auch an Marktbürgermeister Franz Rasp gewandt. Er hat dem Bürgermeister vorgeschlagen, mehr Mülleimer aufzustellen. Franz Rasp hat ihm daraufhin mitgeteilt, »erst neu diverse Hundekotbeutelspender und Abfallbehältnisse aufgestellt« zu haben. Entlang des Achenufers seien nach Franz Rasp nun deutlich mehr Mülleimer, die auch regelmäßig geleert würden. »Wirklich verbessert hat sich die Situation dadurch wohl nicht«, so der Bürgermeister in seinem Schreiben an Bernhard Böhnisch. Ernüchtert stellt der Bürgermeister fest: »Mehr Behältnisse führen also nicht zwangsläufig zu mehr Sauberkeit, leider.« Die Marktgemeinde hat auch in nächster Zeit nicht vor, weitere Behältnisse aufzustellen.

Das findet Bernhard Böhnisch schade: »Ich bin überzeugt, dass mehr Behältnisse dazu beitragen, den Müll in der Natur zu reduzieren. Wenn ein Behälter da ist, wird er zumeist auch genutzt, wenn nicht, dann eben nicht«, erklärt er.

Bei seinen Spaziergängen beobachtet der Berchtesgadener, wie der Müll wochen-, monate- und sogar jahrelang herumliegt. Er erzählt von einem Hundekotbeutel, der schon ganze drei Jahre lang an einem Baum hängt. Inzwischen ist das rote Sackerl verblasst (siehe Fotos).

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»Neue Blütenart«, kommentiert Bernhard Böhnisch die Aufnahme.

Um dem Müllproblem zumindest ein bisschen Herr zu werden, schlägt Bernhard Böhnisch regelmäßige Müllsammeltage vor. »Freiwillige sammeln den Müll ein, tragen ihn an geeigneten Stellen zusammen, sodass ihn die Gemeinde abtransportieren kann.«

li