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Hunde dürfen in Reit im Winkl weiter frei laufen

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Reit im Winkl
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Mit dem Angebot zahlreicher Hundetoiletten leistet die Gemeinde einen Beitrag gegen das Herumliegen von Hinterlassenschaften der Hunde. (Foto: Hauser)

Reit im Winkl – Die Gemeinde erlässt keine Verordnung zum Anleinen frei laufender Hunde in Reit im Winkl. Mit 7:5-Stimmen hat der Gemeinderat einen Erlass abgelehnt.


Die Problematik war in der Bürgerversammlung im März zur Sprache gekommen. Der Tenor damals: Zum einen lasse das Verhalten der Hundehalter oft zu wünschen übrig, zum anderen seien die Hinterlassenschaften der Hunde oft in der Landschaft verstreut, zum Teil mitsamt der Plastiktüte aus der Hundetoilette. In diesem Zusammenhang verwies man auf eine Verordnung der Nachbargemeinde Kössen, die die Hundehalter zum Anleinen ihrer Vierbeiner und zur Entfernung von Kot verpflichtet.

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Bürgermeister Josef Heigenhauser und Geschäftsleiterin Sabine Eisenberger erinnerten in der Gemeinderatssitzung an das Landesstraf- und Verordnungsgesetz, wonach zur Verhütung von Gefahren für Leben, Gesundheit, Eigentum oder die öffentliche Reinlichkeit die Gemeinden durch Verordnung das freie Umherlaufen von großen Hunden und Kampfhunden in öffentlichen Anlagen sowie auf öffentlichen Wegen, Straßen oder Plätzen einschränken können. Als große Hunde werden demnach Hunde mit einer Schulterhöhe von mindestens 50 Zentimeter angesehen.

Der räumliche und zeitliche Geltungsbereich der Verordnung ist auf die örtlichen Verhältnisse abzustimmen. Dabei kommt insbesondere eine Begrenzung auf bestimmte öffentliche Anlagen, Wege, Straßen oder Plätze – zum Beispiel Fußgängerzonen – in Betracht. Für besonders empfindliche Bereiche, wie etwa dem näheren Umgriff von Kinderspielplätzen kann das Mitführen von großen Hunden und Kampfhunden ganz ausgeschlossen werden.

In den letzten zehn Jahren wurde in der Gemeinde nach Auskunft von Bürgermeister Heigenhauser kein Fall bekannt, bei dem ein Hund eine Person verletzte. Falls sich der Gemeinderat für den Erlass einer Verordnung ausspreche, schlage die Verwaltung vor, die Anleinpflicht auf jeden Fall auch auf sensible Bereiche in der Nähe von Schule, Kindergarten, Spielplätzen und Kurpark auszudehnen. Der Großteil der gewalzten Winterwanderwege und Loipen könne nicht aufgenommen werden, da es sich hier nicht um gewidmete Wege nach dem Bayerischen Straßen- und Wegegesetz handle. Sollte der Gemeinderat eine solche Verordnung wünschen, müsse zusätzliches Personal eingestellt werden, um deren Vollzug zu gewährleisten. Ohne entsprechende Überwachung sei nach Ansicht der Verwaltung eine solche Verordnung nicht sinnvoll.

Andreas Heigenhauser sprach sich für den Erlass einer entsprechenden Verordnung aus. Das Problem der frei laufenden Hunde nehme überhand, insbesondere im Badebereich am Weitsee. Auch die Jagdgenossen seien höchst unzufrieden mit der jetzigen Situation. Ohne Gegenmaßnahmen bestehe die Gefahr, dass Grundstücksbesitzer ihre Bereiche einzäunen. Bürgermeister Heigenhauser stellte klar, dass gerade in diesen angesprochenen Bereichen am Weitsee und auf Wiesen und in Wäldern eine solche Verordnung nicht greife.

Uschi Grünbacher bemängelte einen derzeit bestehenden, »grenzüberschreitenden Hundetourismus«. Für Lisa Ruh hat eine solche Verordnung eine abschreckende Wirkung. Wolfgang Hechtl schlug vor, den Ort nicht mehr als hundefreundlich zu bewerben.

Der Gemeinderat lehnte es schließlich mit 7:5-Stimmen ab, die Verwaltung zu beauftragen, einen Vorschlag für den Erlass einer Verordnung gemäß dem Landesstraf- und Verordnungsgesetz vorzulegen. sb