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HSV-Fehlstart perfekt: Heimpleite gegen Nürnberg

Hamburg (dpa) - Der Hamburger SV ist ratlos. Kaum hat die neue Saison in der Fußball-Bundesliga begonnen, schon stehen die Norddeutschen wieder unten drin. Das 0:1 (0:0) gegen den 1. FC Nürnberg war ein Armutszeugnis für den HSV.

Hamburger SV - 1. FC Nürnberg
Der Hamburger Marcell Jansen setzt sich gegen den Nürnberger Hanno Balitsch durch. Foto: Malte Christians Foto: dpa

«Das war ein bitterer Saisonstart. Wir dürfen jetzt nicht verzweifeln», sagte Mittelfeldspieler Maximilian Beister. Die Nürnberger, die weitgehend harmlos auftraten und ihren Teil zu einer niveauarmen Partie beisteuerten, sahen den Sieg als gerecht an. «Wenn man das ganze Spiel und unsere Chancen betrachtet, haben wir absolut verdient gewonnen», verkündete Torhüter Raphael Schäfer, der einige gelungene Aktionen zeigte. Den Siegtreffer erzielte Hanno Balitsch (68. Minute) aus drei Metern.

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Die Hamburger spielten ohne Selbstvertrauen. «Wir haben momentan nicht die Überzeugung, in Führung gehen zu können», klagte Thorsten Fink. Der Trainer will nun mit der Mannschaft mehr im Training arbeiten, «um spielerisch besser zu werden». In der nächsten Woche trifft Mittelfeldspieler Milan Badelj von Dinamo Zagreb beim HSV ein, ein kreativer Offensivakteur fehlt aber immer noch.

Der FCN rehabilitierte sich für seine peinliche Pokalpleite vor Wochenfrist gegen den Viertligisten Havelse. Die ohnehin verunsicherten Hamburger, die gegen den Drittligisten Karlsruher SC aus dem Pokal geflogen waren, wollten das ursprünglich auch. Stattdessen sprang nur der nächste herbe Rückschlag heraus. Ausgerechnet gegen den vermeintlichen Lieblingsgegner, gegen den sie seit 20 Jahren daheim nicht mehr verloren hatten, kassierten die Hanseaten die Auftakt-Niederlage.

Die Gastgeber machten da weiter, wo sie in der vergangenen Saison aufgehört hatten: mit einer unsäglichen Heimschwäche. Ganze drei von 17 Partien der vorigen Spielzeit hatten die Hamburger gewonnen. «Das fängt ja schon an wie letzte Saison», meinte Marcell Jansen. Zahlreiche Fußball-Experten ordnen den HSV nach der schlechten Vorsaison und wegen des kaum verstärkten Personals in den Abstiegskampf ein.

Im Spielaufbau plagten die Gastgeber arge Probleme: Fehlpässe zuhauf, kaum Kombinationen, keine schnellen Spielzüge. Niemand riss das Kommando an sich und vermochte Akzente zu setzen. Nach einer halben Stunde hatten die Zuschauer genug und pfiffen wegen der Magerkost. «Aufwachen, aufwachen», schallte es vor der Nordtribüne, wo die treuesten Fans stehen. Auch das nützte nichts. Zum Schluss blieben nur Pfiffe.

Einzig HSV-Torhüter René Adler konnte überzeugen. Zunächst parierte er einen Kopfball von Timm Klose und anschließend den Nachschuss von Alexander Esswein (45.). Unmittelbar nach dem Seitenwechsel hatte der neu verpflichtete HSV-Tormann seine stärkste Aktion: Gegen den Nürnberger Mike Frantz ließ er sich nicht tunneln und verhinderte einen früheren Rückstand (47.).

Die nach den Abgängen von Stürmer Paolo Guerrero und Mladen Petric sowie Talent Gökhan Töre an Offensivkraft geschwächten Hamburger brachten vor dem Kasten der Nürnberger kaum etwas zustande. Stürmer Marcus Berg wurde kaum mit Verwertbarem versorgt. Auch der eingewechselte Zugang Artjoms Rudnevs konnte das nicht ändern.

Spieldaten:

Ballbesitz in %: 51,6 - 48,4

Torschüsse: 11 - 18

gew. Zweikämpfe in %: 51,4 - 48,6

Fouls: 16 - 20

Ecken: 9 - 6

Ecken: 2 - 4

Quelle: optasports.com