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Hohe Fördermittel erwartet – Uneinigkeit über Finanzierung bei Beteiligten

Ramsau – Die Seeklause am Hintersee ist noch immer nicht wiederhergestellt. Vier Monate liegt der Starkregen nun zurück. Irgendwie scheint niemand so richtig zuständig zu sein. Deutliche Kritik übt Ramsaus Bürgermeister Herbert Gschoßmann am Traunsteiner Wasserwirtschaftsamt: »Die machen es sich schon ganz besonders einfach, das ist eine Unverschämtheit.«

Das Wasser des Hintersees stand Anfang Juni deutlich höher als gewöhnlich. Dabei wurde die Seeklause zerstört. Wann diese repariert wird, ist noch nicht endgültig geklärt. Foto: privat

Die Seeklause muss repariert werden. Darüber verständigten sich bereits alle Beteiligten, wie Gschoßmann in der jüngsten Gemeinderatssitzung nochmals verdeutlichte: sowohl der Forstbetrieb Berchtesgaden, die Bayerische Seen- und Schlösserverwaltung, die Gemeinde Ramsau sowie das Wasserwirtschaftsamt Traunstein.

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Im öffentlichen Interesse sei eine Wiederherstellung der Seeklause, die für den Hintersee und dessen Wasserregulierung verantwortlich ist. Allerdings ist man sich noch nicht sicher, wer wie viel zahlen soll. Rund 250 000 Euro betragen die Instandsetzungskosten. Betonpfeiler sollen gesetzt werden, die Brücke wird wiederhergestellt. Zunächst sollte eine regulierbare Klappensteuerung eingebaut werden, dieser Plan wurde aber wieder verworfen. Warum?

»Weil das Wasserwirtschaftsamt in der Tat wollte, dass sich unsere ehrenamtlich tätigen Feuerwehrler um die Regulierung kümmern und diese bedienen müssen«, so Gschoßmann. Erzürnt ist er ob dieser Dreistheit. »Das geht so nicht, man kann doch keinem Ehrenamtlichen ohne Weiteres eine mit so viel Verantwortung versehene Aufgabe zuteilen.« Die Vorgehensweise des Wasserwirtschaftsamtes erachtet Gschoßmann als »unverschämt«.

Zudem hätte schon längst geklärt gehört, wer die Unterhaltungspflicht zugewiesen bekommt. »Auch das ist noch nicht abgesprochen«, weiß der Bürgermeister. Ob es Fördermittel gibt, wird in der nächsten Zeit feststehen. Bis zu 80 Prozent sind realistisch, der Rest könnte unter den Beteiligten aufgeteilt werden. Eine in diesem Fall überschaubare Summe. Gschoßmann rechnet mit 10 000 bis 20 000 Euro, die an der Gemeinde hängen bleiben könnten – vorausgesetzt, die Fördermittel fließen wie erwartet.

Bis es so weit ist, passiert aber erst einmal nicht viel: Das Genehmigungsverfahren soll bis zu sechs Monate in Anspruch nehmen. Bis Ende März könnte es dauern, bis überhaupt mal zum Bauen angefangen werden kann. Die Maßnahme wiederum wird weitere zweieinhalb Monate Zeit kosten. Als »unbefriedigend« erachtet Gschoßmann die aktuelle Situation. Das Wasserwirtschaftsamt sei nicht in der Lage, Prioritäten zu setzen. Der an mehreren Stellen gebrochene Klausbach, der wesentlich zur Hochwassersituation rund um den Hintersee beigetragen hatte (Gschoßmann: »Das war die Ursache«), müsse vom Wirtschaftsamt priorisiert »und endlich repariert werden«.

Im Gemeinderat wird die Hintersee-Situation mittlerweile als reines »Trauerspiel« erachtet. »Läppische Summen« seien das, über die da diskutiert wird und bei denen man nicht mal einig sei, wer diese zu begleichen habe. Josef Wurm (CSU) forderte, dass die Seeklause nun »endlich in Ordnung gebracht wird. Das ist unsere Schuld und Pflicht.« Ähnlich sieht das auch Richard Graßl (CSU). Kilian Pfeiffer