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Höfl-Riesch vor Sölden «gerüstet», Neureuther hadert

Sölden (dpa) - Vielleicht ist es der letzte gemeinsame Weltcup-Winter für Maria Höfl-Riesch und Felix Neureuther. Während Höfl-Riesch in Sölden nach einer rundum gelungenen Vorbereitung in die Olympia-Saison startet, muss sich Neureuther mit den Folgen seiner Sprunggelenks-Operation arrangieren.

Vorgabe
In Sölden soll für Felix Neureuther die Olympia-Saison beginnen. Foto: Karl-Josef Hildenbrand Foto: dpa

Noch immer ist der 29-Jährige etwa 30 bis 40 Schneetage im Verzug. Der Riesenslalom in Österreich ist für ihn daher wohl nur ein Training mit Wettkampfcharakter. Aus der Ruhe bringt Neureuther der Rückstand auf Ski aber nicht. «Ich bin ein alter, erfahrener Mann und brauche nicht mehr so viele Schneetage, wie jetzt ein anderer», meinte Neureuther.

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Ärgerlich sei der von geplanten zwei Wochen auf nun schon mehr als vier Monate explodierte Heilungsverlauf aber schon. «Das ist nur so ein kleines, 'tschuldigung, Scheißding, das ewig braucht und du keine optische Verbesserung siehst», berichtete er von der Problemzone auf dem Knöchel. Weil versehentlich die Haut beschädigt wurde bei der OP, schließe sich die Wunde nur langsam.

Neureuther fährt nun mit einem Spezialschuh. Beim Training sei er auch schon schnell unterwegs, lobte Herren-Cheftrainer Karlheinz Waibel. Ob der Slalom-Silbermedaillengewinner der alpinen Ski-WM aber bereits über die notwendige Substanz verfüge, um in zwei Renndurchgängen vorne dabei zu sein, müsse sich herausstellen. «Das Gefühl auf den Riesenslalomski ist gut, und ich bin fit für den Einsatz in Sölden», meinte Neureuther voller Zuversicht.

Das krasse Gegenteil von Zwangspausen und unerwarteten Problemen erlebte Doppel-Olympiasiegerin Höfl-Riesch in den vergangenen Wochen. «Ich bin körperlich auf jeden Fall gerüstet», berichtete die 28-Jährige. Im Gegensatz zu Freundin Lindsey Vonn, die ihr Comeback nun doch verschiebt und erst in einem Monat wieder Rennen fahren will. Bei der WM hatte sich die Amerikanerin schwer verletzt.

Ein entscheidender Grund für Höfl-Rieschs gute Verfassung: Die erstmalige Zusammenarbeit mit Heini Bergmüller, dem Ex-Trainer von Ski-Star Hermann Maier. «Grundlagen, Grundlagen, Grundlagen», habe sie trainiert und «erst wahnsinnig spät mit dem Krafttraining angefangen». Das Resultat: «Ich habe mich gut entwickelt, im Ausdauer- und im Kraftbereich. Körperlich habe ich, glaube ich, alles Menschenmögliche getan.»

Der neue Reiz habe ihr auch mental gut getan. Zudem ist er ein Signal. An die Konkurrenz, an die Medien, vielleicht auch für sich selbst, dass der Ehrgeiz noch da ist. Und dass Höfl-Riesch in der Olympia-Saison bereit ist, eine ganze Menge zu investieren. Das aber, darauf deutet vieles hin, wohl zum letzten Mal. «Das letzte Mal Olympia wird es auf jeden Fall. Wer weiß, vielleicht sogar die letzte Saison», kündigte die Garmisch-Partenkirchenerin an. «Wenn es extrem gut läuft, dann wäre das schon ein guter Zeitpunkt. Aber vielleicht auch, wenn es extrem schlecht läuft.»

Entschieden sei aber noch nichts. Das sagte auch Neureuther, der immer wieder mit einer Pause kokettiert. Er werde sich «sicher nach der Saison hinsetzen» und sich Gedanken machen, «auch wie es weitergeht». Der Schritt hin zu neuen Abenteuern müsse dabei aber nicht unbedingt rauskommen. «Vielleicht komme ich auch mit einem völlig verrückten Plan und will vier Disziplinen fahren.»