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Höfl-Riesch: «Spätestens 2015» Karriereende

München (dpa) - In vier Wochen startet Maria Höfl-Riesch in die neue Saison - und nach dem WM-Winter 2013 wird es für die Doppel-Olympiasiegerin maximal zwei weitere Jahre als Leistungssportlerin geben.

Zukunftsgedanken
Maria Höfl-Riesch will maximal noch bis 2015 Skirennen fahren. Foto: Georg Hochmuth Foto: dpa

«Wenn es super läuft bei Olympia in Sotschi, wäre das der perfekte Zeitpunkt. Aber auch, wenn es nicht so läuft und ich keine Lust mehr habe oder der Körper nicht mehr mitmacht, könnte das das Ende sein. Vielleicht aber auch erst 2015, mal schauen», sagte die 27-Jährige. «Spätestens 2015 ist Schluss.»

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Gedanken an ein Karriereende trug die Gesamtweltcupsiegerin von 2011 schon nach der vergangenen Saison mit sich herum, wie sie in ihrem zweiten Buch «Geradeaus. Höhen und Tiefen meines Lebens» (Malik Verlag) verrät. Doch im Urlaub entschied sie, ihre erfolgreiche Laufbahn fortzusetzen. Die WM 2013 in Schladming, Olympia 2014 in Sotschi und vielleicht noch die WM 2015 in Vail locken.

«Ich habe mir gedacht, ich habe mich schon aus so einigen Tälern wieder herausgekämpft, wie während meiner harten Verletzungszeit. Die habe ich auch überstanden, bin wahrscheinlich sogar gestärkt daraus hervorgegangen», erinnerte die Slalom-Weltmeisterin von 2009, die sich bislang unter anderem zweimal schwer am Knie verletzte. «Ich bin ehrgeizig und möchte das Skifahren weiter genießen und Erfolg haben. Es kann ja nicht sein, dass ich mir von anderen den Spaß an der allerliebsten Beschäftigung, die ich im Leben habe, nehmen lasse.»

Längst gilt der Blick wieder der am 27. Oktober im österreichischen Sölden beginnenden Saison, seit diesem Montag bereitet sich das Team in Saas Fee in der Schweiz vor. Eine Zielstellung für den Winter, der seinen Höhepunkt mit der WM in Österreich im Februar hat, will Höfl-Riesch noch nicht abgeben. «Ich tue mich um diese Jahreszeit immer sehr schwer mit einer Prognose, denn es ist noch zu früh», betonte die 23-malige Weltcupsiegerin. «Bislang lief es gut, ich bin gesund und normal in Form.»

In ihrem Buch stimmt Höfl-Riesch auch kritische Töne über ihren ehemaligen Trainer Mathias Berthold und Sportdirektor Wolfgang Maier an. Art und Weise des Umgangs gefielen der Sportlerin nicht immer. «Trotzdem schätze ich die beiden sehr», betonte die Skirennfahrerin. Unter Berthold als deutschem Damen-Cheftrainer und Maier als Sportdirektor wurde Höfl-Riesch Weltmeisterin und Doppel-Olympiasiegerin.

«Klar bin ich oft mal hart gewesen. Aber von einer Ausnahmeathletin verlangt man auch viel», sagte Berthold. «Mit Schulterklopfen kommt man nicht immer weiter.» Ähnlich sah es Maier. «Nur Schulterklopfer sind nicht förderlich für die Leistung», betonte der Sportdirektor. «Die Erfolge von Maria mit dem DSV sprechen ja für sich.» Ärger wegen der Buchpassagen erwartet Höfl-Riesch nicht.

Das Buch sei ihr eine «Herzensangelegenheit» gewesen, sagte Höfl-Riesch. «Ich wollte einfach nur einige Dinge klarstellen, die über mich verbreitet wurden und unwahr sind. Zum Beispiel, dass mir andere Sachen wichtiger als der Sport wären, dass ich mich vom Skiverband habe trennen wollen, dass ich fremdgesteuert sei», begründete sie den Antrieb als Autorin. Dauerhaft wird es den nicht geben. «Ob es davon irgendwann eine Fortsetzung geben wird, das kann ich noch nicht sagen. Aber Dauerautorin werde ich bestimmt nicht, keine Sorge.»