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Hochspringer Bondarenko stiehlt Gay die Show

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Wahnsinns-Satz
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Der ukrainische Hochspringer Bogdan Bondarenko sorgte in Lausanne für Furore. Foto: Peter Klaunzer Foto: dpa

Lausanne (dpa) - Ein Wahnsinns-Satz des ukrainischen Hochspringers Bogdan Bondarenko hat beim Diamond-League- Meeting in Lausanne sogar die nächste Weltklasse-Zeit von Sprintstar Tyson Gay in den Schatten gestellt.


Bondarenko übersprang die fünfthöchste Marke der Leichtathletik-Geschichte und stellte mit 2,41 Metern eine Weltjahresbestleistung auf. Anschließend ließ der 23-Jährige, der in seiner Karriere noch keinen internationalen Titel gewonnen hat, sogar die Weltrekordhöhe von 2,46 Metern auflegen. Er scheiterte jedoch dreimal bei dem Versuch, den 20 Jahre alten Fabelrekord des Kubaners Javier Sotomayor (2,45) zu verbessern. Trotzdem sprangen in der Historie des Hochsprungs bislang nur Sotomayor und der Schwede Patrik Sjöberg (2,42) höher als Bondarenko. Erst Anfang Juni hatte Mutaz Essa Barshim aus Katar als erster Athlet seit 13 Jahren wieder die magische Marke von 2,40 Metern übersprungen.

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Ex-Weltmeister Gay gewann bei seinem ersten Auftritt in Europa in diesem Jahr das 100-Meter-Rennen in windunterstützten 9,79 Sekunden. Der Amerikaner verpasste seine eigene Weltjahresbestzeit (9,75) dabei nur um vier Hundertstelsekunden. Zweiter wurde der frühere Weltrekordhalter Asafa Powell aus Jamaika (9,88), der zur Hälfte des Rennens noch in Führung gelegen hatte. Fünf Wochen vor Beginn der Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Moskau liegt Gay in der Jahresbestenliste weiter klar vor dem Olympiasieger und Weltrekordhalter Usain Bolt aus Jamaika (9,94), der am Samstagabend in Paris über 200 Meter an den Start gehen wird.

Aus deutscher Sicht verpassten die Stabhochspringer Raphael Holzdeppe, Björn Otto und Malte Mohr im Stade Olympique de la Pontaise die große Chance, einen der seltenen Patzer ihres Dauerrivalen Renaud Lavillenie zu nutzen. Der Olympiasieger aus Frankreich scheiterte dreimal an seiner Einstiegshöhe von 5,62 Metern. Als bester Deutscher teilte sich Holzdeppe mit dem Brasilianer Augusto Dutra (beide 5,62 Meter) aber nur Platz zwei. Mohr wurde mit der selben Höhe Vierter, der Olympia-Zweite Otto mit 5,52 Metern nur Fünfter. Es siegte der Grieche Konstantinos Filippidis, der als einziger Athlet 5,72 Meter übersprang.

Kugelstoß-Weltmeister David Storl musste seinen Start in Lausanne aufgrund einer Zerrung im linken Brustmuskel absagen. Der 22-Jährige hofft weiter, bis zu den deutschen Meisterschaften am Wochenende in Ulm wieder fit zu sein. In seiner Abwesenheit siegte der in dieser Saison so starke Amerikaner Ryan Whiting mit dem Meetingrekord von 21,88 Metern vor Ex-Weltmeister Reese Hoffa (USA/21,58).

Beim Diskuswurf stellte Olympiasiegerin Sandra Perkovic gleich zu Beginn des Abends eine Weltjahresbestleistung auf. Die Kroatin siegte mit dem Meetingrekord von 68,96 Metern vor Yarelis Barrios aus Kuba (67,36) und feierte ihren fünften Sieg im fünften Wettbewerb der lukrativen Serie. Perkovic steht damit vorzeitig als Gesamtsiegerin in ihrer Disziplin fest. Sie hat in dieser Diamond-League-Saison schon jetzt 90 000 Dollar an Prämien für ihre Tagessiege (je 10 000 Dollar) sowie für den Gesamtsieg (40 000 Dollar) verdient.

Für die dritte Weltjahresbestleistung nach Perkovic und Bondarenko sorgte David Oliver über 110 Meter Hürden. Der Amerikaner siegte in 13,03 Sekunden vor Weltmeister Jason Richardson (USA/13,20).