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20 Kelten, Römer und Bajuwaren sowie über 150 Besucher im Römermuseum in Seebruck

Historischer Familientag mit Rekordbesuch

Seeon-Seebruck – Der historische Familientag im Römermuseum Bedaium in Seebruck übertraf alle Erwartungen. »Schon um 10.15 Uhr wollten die Leute rein, obwohl es erst um 11 Uhr losgegangen ist«, freute sich die Vorsitzende des Heimat- und Gesichtsvereins Bedaium Dr. Christine Kreitmair über die enorme Resonanz.

Ein buntes historisches Programm genossen die über 150 Besucher beim Familientag im Römermuseum Bedaium in Seebruck mit rund 20 Kelten, Römern und Bajuwaren. Die historischen Darsteller kamen nicht nur aus der Region. Einige waren sogar extra aus Erding, Augsburg, Regensburg und Straubing angereist. (Foto: Müller)

Mehr als 150 Kinder und Erwachsene ließen sich von den rund 20 historischen Darstellern, die sogar aus Straubing, Regensburg, Augsburg und Erding angereist waren, bei freiem Eintritt in längst vergangene Zeiten entführen.

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Das von Organisator Matthias Ziereis zusammengestellte abwechslungsreiche Programm ließ keine Wünsche offen. Bestens unterhalten wurden die jüngsten Besucher bei Dr. Christine Kreitmair, wo Hahn und Henne nach Museumsoriginalvorlagen aus Gips gegossen werden konnten. Über 100 Mal kamen die Silikon-Modeln zum Einsatz. Gleich nebenan durften die Kinder unter der fachkundigen Anleitung von Archäologin Evelyn Oberloher in einer umfunktionierten Hundehütte nach »Funden« graben. Der Spaß und der Lerneffekt waren groß. Rede und Antwort standen der römische Centurio Dirk Eggenweiler und dessen Gemahlin Sabine Bauer, die römischen Soldaten Klaus Ott und Uwe Herwegh, der römische Auxiliarsoldat Harald Ehgartner samt Familie und die Straubinger Römergruppe »COH II RAET«. Auch Maximilian Streibl von der Ostgotengruppe »Swarafulk« war dieses Mal als Römer gekommen. Sein Hobby werde ihn heuer noch bis nach Österreich, Italien und England führen, verriet er. Hingucker waren die fein herausgeputzten originalgetreuen Legionärshelme von Manfred Mayer. Keltin Adele Pilhofer weihte die Besucher in die alte Kunst des Webens ein und Hermann Pilhofer konnte sich als Geweih- und Knochenschnitzer nicht über zu wenig Zuschauer beklagen. Auch seine Wollstraße zog viele Blicke auf sich. Handgewebte Textilien gab es bei »Diamantweber« Peter Böhnlein zu bestaunen.

Zum Thema »Pfeil und Bogen« standen Bajuware Gerhard Würdinger und der römische Bogenschütze Matthias Ziereis Rede und Antwort. Ziereis erzählte von einem mit Sohn Lenz durchgeführten Beschuss-Experiment, bei dem sie Körper von römischen Soldaten simuliert hatten. Das Ergebnis war brutal: »Die Pfeile sind durch das Kettenhemd und das darunter befindliche Schweinefleisch durch, haben die Rippe zerschlagen und dann die Strohscheibe durchdrungen und sind erst in der dahinter angebrachten Holzplatte steckengeblieben«, verblüffte Hobby-Römer Ziereis. Im ebenfalls getesteten Schuppenpanzer seien von den Pfeilen »nur« Löcher hineingestanzt worden. Den weitaus besten Schutz hätten die Schienenpanzer und Schilde geboten, betonte Organisator Ziereis, der sich mit dem Verlauf des Familientages höchst zufrieden zeigte.

Nicht nur das 10. Bedaius-Familienfest am 3. Oktober in Stöffling wirft bereits seine Schatten voraus, denn es steht in diesem Herbst auch noch ein weiteres Jubiläum an. Das Seebrucker Römermuseum wird nämlich 30 Jahre alt und das soll am 19. Oktober groß gefeiert werden. mmü