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Hintergrund: Tausende Tote bei Kämpfen in Syrien

Berlin (dpa) - Seit Beginn der Kämpfe in Syrien im Frühjahr 2011 starben Tausende Menschen durch das brutale Vorgehen des Regimes von Präsident Baschar al-Assad und durch Bombenanschläge. Mutmaßlich gibt es schon mehr als 14 000 Todesopfer. Regierung und Oppositionelle beschuldigen sich gegenseitig. Eine unabhängige Überprüfung der Angaben ist wegen einer Medienblockade nicht möglich. Einige Fälle:

Erneut Massaker in Syrien
Ein von der syrischen Bürgerplattform Houla Media Center am 26.05.2012 auf Facebook publiziertes Foto zeigt mit weißen Tüchern abgedeckte Leichen. Foto: Houla Media Center/Archiv Foto: dpa

12.07.2012: Mehr als 200 Menschen, darunter viele Frauen und Kinder, sollen nach Angaben von Aktivisten bei einem Massaker in dem Dorf Tremseh nordwestlich von Hama umgekommen sein. Opposition und die Regierung machen sich gegenseitig verantwortlich.

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30.06.2012: Bei einer Bombenexplosion während einer Trauerfeier in Samalka bei Damaskus sollen mindestens 41 Menschen getötet worden sein. Andere Aktivisten sprechen von 75 Toten und 150 Verletzten.

06.06.2012: Mindestens 80 Menschen sterben nach Angaben von Oppositionellen bei einem Blutbad in der kleinen Siedlung Al-Kobeir in der Provinz Hama. Regimetreue Milizen sollen das Massaker verübt haben. UN-Ermittler können allerdings nicht eindeutig feststellen, wer die Täter waren.

25.05.2012: Bei einem Massaker in der syrischen Ortschaft Al-Hula kommen nach UN-Angaben mehr als 100 Zivilisten ums Leben, darunter 49 Kinder. Für die Bluttat werden regierungstreue Soldaten verantwortlich gemacht. Mehrere Länder, darunter Deutschland, weisen aus Protest die syrischen Botschafter aus.

10.05.2012: Bei einem Bombenanschlag vor einem berüchtigten Foltergefängnis in der syrischen Hauptstadt Damaskus sterben nach unterschiedlichen Angaben 55 bis 70 Menschen. Die Regierung erklärt, die Explosion sei das Werk von zwei Selbstmordattentätern.

25.04.2012: Zwei Wochen nach dem offiziellen Beginn der Waffenruhe sollen nach Berichten von Regimegegnern landesweit 102 Menschen getötet worden sein. Allein in der Stadt Hama, wo eine Rakete eingeschlagen sei, wurden demnach 71 Tote gezählt.

03.02.2012: In der Rebellenhochburg Homs sollen nach Berichten arabischer Fernsehsender zwischen 260 und 330 Menschen gestorben sein. Mehr als 1300 weitere Menschen seien während des stundenlangen Beschusses der Stadt verletzt worden. Opposition und Regierung machen sich gegenseitig für das Blutvergießen verantwortlich.

23.12.2011: Bei den ersten Selbstmordanschlägen in der Hauptstadt Damaskus seit Beginn der Massenproteste verlieren mindestens 44 Menschen ihr Leben, mehr als 160 werden verletzt. Das syrische Fernsehen behauptet, das Terrornetzwerk Al-Kaida stecke dahinter.

31.07.2011: Mindestens 100 Menschen sterben nach Oppositionsangaben bei einer Militäroffensive gegen die Widerstandshochburg Hama. Landesweit seien rund 140 Menschen getötet worden.

06.06.2011: In der Kleinstadt Dschisr al-Schogur sollen nach offiziellen Angaben 120 Angehörige der Sicherheitskräfte umgebracht worden sein. Die Täter sind laut Regierung Extremisten. Nach Darstellung von Exil-Oppositionellen wurden die Soldaten von anderen Angehörigen der Armee erschossen, weil sie sich geweigert hätten, auf unbewaffnete Zivilisten zu schießen.

22.04.2011: Bei Anti-Regime-Protesten töten Heckenschützen nach Angaben der Opposition in ganz Syrien 112 Demonstranten. Aktivisten sprechen von einem «Karfreitags-Massaker».

UN-Informationen zu Syrien

Human Rights Watch zu Syrien

Amnesty International zu Syrien

Website der Menschenrechtsbeauftragten