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Hintergrund: Stromnetz und Ausbaupläne in Deutschland

Berlin (dpa) - Das deutsche Stromnetz umfasst bildlich gesehen Autobahnen, Bundes-, Land- und Gemeindestraßen, über die der Strom zur Steckdose kommt. Es gibt vier Betreiber von Stromautobahnen (Höchstspannungsleitungen): Tennet, Amprion, 50Hertz und TransnetBW.

Sie speisen den Großteil des Stroms ein und verteilen ihn über lange Distanzen. Hinzu kommen rund 735 Verteilnetzbetreiber, darunter viele Stadtwerke, die den Strom zum Verbraucher bringen.

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Um den zunehmenden Windstrom von Nord- und Ostdeutschland in den Süden zu transportieren, sollen drei große Stromautobahnen mit insgesamt 2800 Kilometern Länge gebaut werden. Zudem sollen im bestehenden Höchstspannungsnetz 2900 Kilometer für die schwankende Ökostrom-Einspeisung optimiert werden. Planungs- und Bauzeiten sollen dabei von zehn auf vier Jahre verkürzt werden. Die Kosten für alle 36 Projekte betragen rund zehn Milliarden Euro. Das Bundeskabinett hat dies schon entschieden. Bundestag und Bundesrat müssen das noch tun.

Das gesamte Stromnetz umfasst nach Zahlen der Bundesnetzagentur rund 1,9 Millionen Kilometer. Über die Verteilnetze werden rund 97 Prozent der erneuerbaren Energien eingespeist - sie waren aber bisher nicht dafür ausgelegt, dass plötzlich überall auf dem Land Wind- und Solarstrom im großen Stil erzeugt wird. Daher sind auch hier Milliardeninvestitionen für Neu- und Ausbau notwendig.

Das Netz gliedert sich gemessen an der Stromkreislänge wie folgt:

- Höchstspannung (380 Kilovolt): 34 797 Kilometer;

- Hochspannung (110 oder 60 kV): 95 022 Kilometer;

- Mittelspannung (30 bis 3 kV): 532 894 Kilometer;

- Niederspannung (400 oder 230 Volt): 1 241 361 Kilometer.

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