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Hintergrund: Pferdefleisch in Europa

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Brüssel (dpa) - Wie viel Pferdefleisch die Europäer genau verspeisen, ist schwer zu sagen. Die Daten der EU-Statistikbehörde Eurostat sind nur bedingt aussagekräftig.


Die europäischen Statistiker erheben nur Zahlen für Esel, Maultier, Maulesel und Pferd zusammen - der Großteil davon entfällt jedoch nach Angaben der EU-Behörde auf Pferdefleisch.

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Besonders Italiener essen die Vierbeiner demnach gerne. Ein Kilo pro Kopf und Jahr aßen die Bürger des Mittelmeerlandes. Die jüngsten Zahlen sind jedoch aus dem Jahr 2007 und zudem lückenhaft. Die EU-Länder müssen diese Werte nämlich nicht an Eurostat melden. Für Bulgarien etwa liegen gar keine Zahlen vor.

Auch Luxemburger haben Appetit auf Ross: Knapp 680 Gramm aßen die Bürger des Großherzogtums pro Kopf und Jahr. In Frankreich waren es rund 350 Gramm. In Deutschland ist es deutlich weniger: Eurostat kommt auf durchschnittlich 40 Gramm, die Verbraucherzentrale Hamburg hatte 50 Gramm pro Person und Jahr errechnet.

Europa importiert Pferdefleisch vor allem aus Kanada, Mexiko und Argentinien, erklärt die EU-Kommission. Eurostat zufolge wurden im Jahr 2011 rund 28 330 Tonnen zum Konsum importiert - dabei geht es aber wiederum um Sammelzahlen für Esel, Maultier, Maulesel und Pferd.

Die EU-Kommission hantiert mit davon abweichenden Daten. Demnach importiert Europa pro Jahr 36 000 Tonnen reines Pferdefleisch. Es gelangte vor allem über Italien und Belgien in die EU. Weitere 70 000 Tonnen fallen der Brüsseler Behörde zufolge vor allem in Schlachthäusern in Italien, Polen und Rumänien an.