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Hintergrund: Mursis kurze Präsidentschaft

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Mursis Vereidigung
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Mohammed Mursi bei seiner Vereidigung am 30.6.2012 mit Faruk Sultan, dem Vorsitzenden der Wahlkommission. Foto: Egyptian Presidency/Archiv Foto: dpa

Kairo (dpa) - Der am Mittwoch abgesetzte ägyptische Präsident Mohammed Mursi war gerade mal ein Jahr und drei Tage im Amt.


Die Muslimbruderschaft, aus der er kam, ist gut organisiert und stark im Mobilisieren. Sie hat über eine Million Mitglieder und Sympathisanten.

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Die Präsidentschaftswahl im Juni 2012 gewann Mursi vor allem deshalb, weil sich die nicht-islamistische Opposition auf keinen gemeinsamen Kandidaten verständigen konnte. Mursi erhielt bei der ersten freien Präsidentenwahl des Landes 52 Prozent der Stimmen.

Beim Amtsantritt versprach er, als Präsident für alle Ägypter zu regieren. Doch bald warfen ihm Kritiker die Islamisierung von Staat und Gesellschaft vor. Im vorigen November gewährte Mursi sich Vollmachten, die seine Weisungen immun gegen Anfechtungen durch das Verfassungsgericht machten. Später musste er dies zurücknehmen.

Weitere Ernennungen von Islamisten in Staats- und Gouverneursposten brachten im Vormonat das Fass zum Überlaufen. Die Protestbewegung «Tamarud» (Rebellion), die immer mehr Menschen auf die Straße brachte, war nicht mehr aufzuhalten.