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Hintergrund: »Lo spread« - Obsession in der Eurokrise

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Rom (dpa) - Es ist die Fieberkurve der Eurokrise für Italiener und eine Art nationale Obsession: »lo spread« - die Zahl, die bemisst, wie es um das Interesse der Anleger an italienischen Staatsanleihen bestellt ist.


Genau genommen ist damit die Differenz zwischen den Renditen gemeint, die italienische und deutsche Staatsanleihen mit zehn Jahren Restlaufzeit gerade abwerfen. Je höher der Spread, desto schlechter wird Italien im Vergleich zu Deutschland aus Sicht der Investoren bewertet.

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Im Sommer 2012 hatten die italienischen Renditen um die sechs Prozent gelegen. Nach dem Machtwort des italienischen Präsidenten der Europäischen Zentralbank, Mario Draghi, zur Rettung des Euro erholten sie sich wieder auf etwa 4,2 Prozent Anfang 2013. Deutsche Papiere lagen lediglich bei 1,5 Prozent, der Spread (Spanne) also bei 2,7 Prozentpunkten. Angegeben wird er in sogenannten Basispunkten, also mit der Zahl 270.

Die steigenden Umfragewerte für Euro-Alptraum Silvio Berlusconi hatten die Renditen aber zuletzt wieder steigen lassen, und einige Analysten fürchten, dass ein Wahlsieg des »Cavaliere« sie wieder in Richtung sechs Prozent treiben könnte. Dann wäre die Euro-Schuldenkrise nicht nur in Italien wieder voll da. Und »lo spread« würde wieder die Diskussionen auf den italienischen Piazzen beherrschen.

Rendite zehnjährige italienische Staatsanleihe