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Hintergrund: Der Flughafen Berlin-Tegel

Berlin (dpa) - Der Flughafen Tegel ist seit Jahrzehnten der wichtigste Airport Berlins. Mit rund 18 Millionen Passagieren im Jahr 2012 platzt er mittlerweile aus allen Nähten.

Flughafen Tegel
In der Abenddämmerung zieht ein Flugzeug beim Start vom Flughafen Tegel eine Lichtspur über den Himmel. Foto: Matthias Balk Foto: dpa

Vor 20 Jahren wurden hier erst sieben Millionen Reisende abgefertigt, geplant war der Flughafen einst für gut sechs Millionen im Jahr. Eigentlich sollte er längst geschlossen sein.

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Doch weil sich der Betriebsbeginn auf dem neuen Hauptstadtflughafen Berlin Brandenburg in Schönefeld immer weiter verzögert, wird in Tegel mit täglich mehr als 500 Starts und Landungen am Rande der Belastungsgrenze weitergeflogen. Tegel muss nun auch Umsteigeverkehr der Gesellschaften Air Berlin und Lufthansa bewältigen, der eigentlich für den neuen Großflughafen gedacht war. Am Spitzentag 28. September 2012 wurden 75 000 Fluggäste bei 630 Starts und Landungen gezählt.

Der nach dem Luftfahrtpionier Otto Lilienthal benannte Flughafen Tegel wurde 1948 im Westteil der Stadt angelegt. Während der Berlin-Blockade im Kalten Krieg in den Jahren 1948/49 entstand mit fast 2500 Metern die damals längste Lande- und Startbahn Europas. Erst von Januar 1960 an startete in Tegel auch ziviler Flugverkehr, betrieben von den alliierten Gesellschaften Air France und später auch British Airways und Pan American. Die Deutsche Lufthansa konnte Tegel erst nach der Wiedervereinigung im Oktober 1990 anfliegen. Heute hat die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft Air Berlin hier ihre Heimatbasis.

Das Hauptterminalgebäude in seiner heutigen, sechseckigen Form wurde 1974 eröffnet. Wegen seiner kurzen Wege erfreut sich der Abfertigungskomplex immer noch großer Beliebtheit bei den Berlinern. Inzwischen gibt es mehrere Anbauten, etwa das Terminal C, das Air Berlin nutzt. Mit einem militärischen Teil ist Tegel auch Regierungsflughafen.